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Mikrobiologische Beurteilung biologischer Bodendekontaminationsverfahren im Modellversuch
Author(s) -
Kandeler Ellen,
Pennerstorfer Christine,
Bauer Edith,
Braun Rudolf
Publication year - 1994
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19941570505
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , gynecology , biology , medicine
Für das Monitoring der biologischen Bodensanierung wurden fünf landwirtschaftlich genutzte Böden, die mit n‐Tetradekan, 5‐CH 3 ‐3‐Heptanon und Naphthalin (3% w/w) kontaminiert worden waren, verwendet. Während der Versuchsdauer von 20 Wochen wurden in regelmäßigen Abständen der Schadstoffgehalt, die mikrobielle Biomasse (SIR), die Dehydrogenaseaktivität mittels TTC und die N‐Mineralisation bestimmt. Nach einer kurzzeitigen Hemmung der Dehydrogenaseaktivität reagierten alle kontaminierten Böden im Vergleich zu den Kontrollböden mit einer Erhöhung der mikrobiellen Aktivität. Die N‐Mineralisation wurde zu Versuchsbeginn bei vier Böden gehemmt. Der Einfluß der Kontamination auf die Aktivität von Bodenmikroorganismen konnte auch nach der meßbaren Eliminierung der Kohlenwasserstoffe festgestellt werden. Der Zusatz von Rindenkompost und Rindenmulch beschleunigte die Sanierung eines kalkhaltigen Tschernosems, der mit Heizöl (3,8% w/w) kontaminiert worden war. Eine Verzögerung der Kohlenwasserstoffeliminierung wurde jedoch bei dem degradierten Tschernosem nach Zusatz von Rindenkompost und Rindenmulch festgestellt. Der kontaminierte und mit Strukturmitteln versetzte kalkhaltige Tschernosem wies bei Bezug auf mikrobielle Biomasse (C mic ) eine höhere N‐Mineralisation auf als die Kontrollvarianten. Die N‐Nachlieferung des degradierten Tschernosems wurde durch Kontamination und Zugabe von Rindenmulch wahrend der gesamten Versuchsdauer von 9 Wochen stark gehemmt. Die hohe N‐Immobilisierung und die Adsorption des Schadstoffes an die Strukturmittel wird als mögliche Ursache für den verzögerten Schadstoffabbau des degradierten Tschernosems angesehen.