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Zur Genese der Marschböden. I. Der Einfluß von Sediment‐ und Bodengefüge
Author(s) -
MüllerAhlten Werner
Publication year - 1994
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19941570102
Subject(s) - chemistry
Bei der Diskussion um die Genese der Marsch ist die Bedeutung des Sedimentgefüges für das Bodengefüge und die daraus resultierenden Eigenschaften der Böden oft zu wenig beachtet worden. Nach Definition einiger häufig mißverstandener Begriffe werden Bodentypen mit unterschiedlichen Gefügeeinflüssen beschrieben: 1 , die typischen tonigen Marschböden mit sehr unterschiedlichem Aggregatgefüge: Die gut durchlüftete und durchlässige, unterschiedlich kalkhaltige SEEMARSCH mit stabilem Polyeder und Prismengefüge aus marinen Sedimenten mit geflocktem Kartenhausgefüge; die staunasse BRACKMARSCH mit in sich dichten grobprismatischen bis säulenartigen Gefügeelementen aus Sedimenten des Brackwassers mit teilweise ‐ infolge Dispergieung der Sedimentteilchen ‐ horizontal orientiertem dichtem Gefüge; die mäßig durchlässige, oft grundnasse FLUSSMARSCH mit mittel‐ bis grobprismatischem Gefüge aus fluviatilen Sedimenten mit feinaggregiertem Gefüge. 2 . die schluff‐/feinstsandreichen Marschböden mit Kohärentgefüge, aus denen ‐ bei starker Verschlämmungsneigung und geringer Luftkapazität ‐ die HAFTNÄSSEMARSCH entsteht; 3 . die pflanzenrest‐ und tonreichen, oft extrem sauren Marschböden , die bei ungegliedertem Kohärentgefüge die in der Regel hoch durchlässige und stark grundnasse ORGANOMARSCH bilden. Die Bildungsbedingungen und die Kennwerte dieser Böden werden diskutiert.