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Düngung mit gebranntem Magnesit und Magnesiumhydroxid zur Standortmelioration in einem stark geschädigten Fichtenökosystem
Author(s) -
Schaaf Wolfgang,
Zech Wolfgang
Publication year - 1993
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19931560413
Subject(s) - chemistry , gynecology , medicine
In einem stark geschädigten, 60jährigen Fichtenökosystem an der Hohen Matzen im Fichtelgebirge wurden Düngungsexperimente mit gebranntem Magnesit und Magnesiumhydroxid durchgeführt. Die Einträge am Standort betragen 1.25 kg H, 42 kg S und 32 kg N per ha und Jahr. Die pH(CaCl 2 )‐Werte der sandigen Podsole aus Granitgrus liegen z.T. unter 3. Der Bestand zeigt ausgeprägte Nadelvergilbung bedingt durch Mg‐Mangel. Die Düngung bewirkt eine Vervielfachung der Mg‐Konzentrationen in der Bodenlösung bis in 70 cm Bodentiefe sowie eine deutliche pH‐Erhöhung bis in 25 cm Mineralbodentiefe. Die raschere und deutlichere pH‐Anhebung durch das löslichere Mg‐Hydroxid führt zeitgleich zu einem Absinken der anfangs erhöhten NO 3 ‐Konzentrationen bis unter die Werte der Kontrolle. Über den gesamten Versuchszeitraum (1988–1990) kommt es deshalb nach der Applikation von Mg‐Hydroxid zu keinem N‐Mehraustrag. Die Düngung erhöht die Gehalte an austauschbarem Mg bis in 40 cm Mineralbodentiefe. Die Hydroxid‐Düngung führt nach drei Vegetationsperioden zu einer Anhebung der Mg‐Spiegelwerte in den rezenten Nadeln. Die geringere Löslichkeit des Magnesit führt erst mit halb‐ bis einjähriger Verzögerung zu einer deutlichen Verbesserung der bodenchemischen Parameter, bis drei Jahre nach der Ausbringung können noch keine Effekte auf die Nadelgehalte nachgewiesen werden.