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Quantitative und qualitative Veränderungen im A‐Horizont von Sandböden nach Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland
Author(s) -
Strebel Otto,
Böttcher Jürgen,
Eberle Manfred,
Aldag Rudolf
Publication year - 1988
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19881510513
Subject(s) - chemistry , gynecology , medicinal chemistry , medicine
Veränderungen im A‐Horizont von Sandböden nach Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland wurden quantifiziert und in ihrem zeitlichen Verlauf erfaßt. Die Untersuchungen erfolgten an verschieden alten Grünlandumbruchflächen nordöstlich von Hannover. Innerhalb von 2 – 4 Jahren nach Umbruch werden etwa 100 t/ha organisch gebundener Kohlenstoff (‐ 57%), 5 – 6 t/ha organisch gebundener Stickstoff (‐ 58%) und etwa 1 t/ha Gesamt‐Schwefel (‐ 58%) durch Mineralisation abgebaut. Dabei verändern sich das C/N‐Verhältnis und die Anteile von 5 Stickstoff‐Fraktionen am Gesamt‐Stickstoff nicht. Außerdem erfolgt eine Zunahme der Bodendichte von ca. 1.0 g/cm 3 auf ca. 1.3 g/cm 3 und ein Rückgang des Gesamtporenvolumens von ca. 59 Vol.% auf ca. 47 Vol.%. Als Folge der schnellen Mineralisation der organischen Substanz im A‐Horizont kommt es nach Grünlandumbruch zu vorübergehend stark erhöhter Nitratanlieferung an das Grundwasser. Weiterhin bewirken Mineralisation und Auswaschung von organisch gebundenem Stickstoff und Schwefel einen Versauerungsschub durch Protonenfreisetzung im Boden in der Größenordnung von 350 kmol IÄ/ha in 2 – 4 Jahren. Die freigesetzten Protonen werden jedoch weitgehend durch Kalkungsmaßnahmen und durch gleichzeitig bei der Mineralisation von Humus freiwerdende basisch wirkende Kationen gepuffert.