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Wasseraufnahme und Wasserverbrauch von Ackerbohne und Hafer auf einer Löß‐Parabraunerde
Author(s) -
Müller U.,
Meyer C.,
Ehlers W.,
Böhm W.
Publication year - 1985
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19851480404
Subject(s) - transpiration , chemistry , biochemistry , photosynthesis
In einem zweijährigen Feldversuch (1982 und 1983) wurden die Bilanzgrößen der Wasserhaushaltsgleichung für eine Löß‐Parabraunerde beim Anbau von Ackerbohne ( Vicia faba L.) und Hafer ( Avena sativa L.) ermittelt. Ein besonderes Ziel der Arbeit war die Bestimmung der Wasseraufnahme aus einzelnen Bodenschichten und der gesamten Transpiration beider Früchte, von denen die Ackerbohne als sehr empfindlich gegen Wassermangel gilt. Neben bodenphysikalischen Meßgrößen wurden die Klimadaten zur Berechnung der potentiellen Evapotranspiration und an den Pflanzen die Blattfläche und Wurzellängendichte bestimmt. Die nach einem bodenphysikalischen Ansatz ermittelte aktuelle Evapotranspiration einschließlich Interzeption wurde in Rechengängen in die aktuelle Evaporation, Interzeption und aktuelle Transpiration aufgegliedert. Gegenüber dem Hafer waren Gesamtwurzellänge und Wurzellängendichte der Ackerbohne sehr viel geringer und ihr Wurzelsystem war flacher ausgeprägt. Die Blattfläche und die Wurzeln wurden bei der Ackerbohne zwei bis drei Wochen später aufgebaut als beim Hafer. Dementsprechend lag die Zeit maximaler Transpiration beim Hafer Anfang Juni und bei der Ackerbohne Anfang Juli. Trotz wesentlich geringerer Wurzelbildung transpirierte die Ackerbohne mit 250 mm ca. 86% der für die Getreideart ermittelten Menge (290mm). Bei der Ackerbohne war die Wasseraufnahme jedoch zu 90% auf die obere 80‐cm Schicht begrenzt. Die Wasseraufnahme pro Einheit Wurzellänge lag bei der Ackerbohne wesentlich höher als beim Hafer. Wegen ihrer späteren Entwicklung lagen die Verluste durch Evaporation und Sickerwasser bei der Ackerbohne um 40mm (64%) höher als bei der Vergleichsfrucht. Diese Untersuchungen legen den Schluß nahe, daß die Ertragsstabilität der Ackerbohne durch Züchtung neuer Sorten mit größerem Wurzeltiefgang wesentlich verbessert werden kann.