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Untersuchungen zur Silizium‐Versorgung von Kulturpflanzen in Schleswig‐Holstein
Author(s) -
Schnug E.,
Franck E. V.
Publication year - 1985
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19851480102
Subject(s) - chemistry
Zur Untersuchung der Siliziumversorgung und des Einflusses Silizium‐haltiger Dünger auf die Mineralstoffzusammensetzung von Kulturpflanzen wurden in Schleswig‐Holstein Felderhebungsuntersuchungen und Feldversuche zu Getreide und Raps durchgeführt. Getreidepflanzen wiesen im Gegensatz zu Rapspflanzen eine deutliche Differenzierung der Silizium‐Gehalte nach den Naturräumen des Landes auf. Zu Schoßbeginn wurden auf den Podsolen der Geest in Getreidepflanzen durchschnittlich 2,5 mg Si/g TS, auf den Braunerden des östlichen Hügellandes 5,9 mg Si/g TS und auf den Marschböden 11,5 mg Si/g in der Trockensubstanz festgestellt. Die Silizium‐Gehalte von Wintergetreide lagen dabei infolge des bei gleichem Entwicklungsstadium höheren Alters der Pflanzen um 50% höher als von Sommergetreide. Die Ursachen der regionalen Differenzierung scheinen im wesentlichen in den niedrigen verfügbaren Silizium‐Gehalten der Podsole einerseits und in der vom mobilen Eisen abhängigen Kieselsäureadsorption auf Braunerden und Marschen andererseits zu liegen. Eine direkte kausale Beziehung zwischen pH‐Wert der Böden und Silizium‐Versorgung der Pflanzen war demgegenüber nicht festzustellen. Silizium‐haltige Dünger vermochten nur bei Anwendung über den Böden, nicht jedoch bei Blattapplikation die Silizium‐Gehalte der Pflanzen zu erhöhen. Reine amorphe Kieselsäure erwies sich dabei als effektiver als basische Silikate des Hüttenkalkes. Unabhängig davon, ob reine Kieselsäure oder Hüttenkalk verwendet wurden, konnten keine Effekte der Düngung auf die Nährstoffgehalte der Pflanzen und den Kornertrag festgestellt werden.