Premium
Chemische Untersuchungen an Verbindungen aus Lignin mit Cyanamid, Kalkstickstoff sowie Dicyandiamid
Author(s) -
Weichelt Th.
Publication year - 1983
Publication title -
zeitschrift für pflanzenernährung und bodenkunde
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.644
H-Index - 87
eISSN - 1522-2624
pISSN - 0044-3263
DOI - 10.1002/jpln.19831460208
Subject(s) - chemistry , lignin , polymer chemistry , medicinal chemistry , organic chemistry
Zwischen Lignin aus Triticum aestivum und Cyanamid, Kalkstickstoff (Ca‐Cyanamid) und Dicyandiamid wurden chemische Wechselwirkungen nachgewiesen. Die angewandten Methoden, urn die Sauerstoffabsorption bzw. Gasentwicklung sowie typische Strukturen und Reaktionsprozesse, speziell Carbonylgruppen, die nucleophile Addition und Veresterungen zu erfassen, waren die WARBURG‐Technik, Infrarot‐Spektroskopie, pH‐Wert‐Messungen und Farbreaktionen mit Phloroglucin/HCl. Außerdem wurden die C‐ und N‐Gehalte der Ausgangs‐ und Endstoffe bestimmt. Die stickstoffhaltigen Reaktionsprodukte entstanden bei maximal 30°C und wurden nach 3–5 wöchiger Reaktionszeit isoliert. Cyanamid und Kalkstickstoff setzten sich bereits in Wasser mit Lignin um. Dicyandiamid dagegen zeigte dagegen erst nach Zugabe von CaO eindeutige chemische Reaktionen. Durch die Reaktion der stickstoffhaltigen Verbindungen mit Lignin verminderte sich bei letzterem das als Keto‐ und Aldehydgruppen vorkommende Carbonyl. Ursache dafür war eine nucleophile Addition. Der N‐Gehalt der Umsetzungsprodukte reichte von 0,37 % (Lignin entweder mit Cyanamid + CaO oder CaCN 2 + CaO) bis 1,2 % (Lignin + Dicyandiamid + CaO). Bereits der niedrigste dieser Werte entspricht einer maximalen Bindung von ∼ 7 kg r. N/ha am „unveränderten” Lignin einer Weizenernte.