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Mechanismus der Farbreaktion von Webb zum Nachweis von 2‐Desoxy‐aldosen
Author(s) -
Himmelspach Karl,
Westphal Otto
Publication year - 1963
Publication title -
justus liebigs annalen der chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.825
H-Index - 155
eISSN - 1099-0690
pISSN - 0075-4617
DOI - 10.1002/jlac.19636680118
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , stereochemistry
2‐Desoxy‐pentosen erleiden bei der Farbreaktion nach Webb (Erhitzen in 5‐proz. Trichloressigsäure mit p ‐Nitro‐phenylhydrazin und anschließender Zugabe von Natronlauge) Hydrolyse unter Bildung von α‐Hydroxy‐lävulinaldehyd, der in saurer Lösung mit 1 Mol. p ‐Nitro‐phenylhydrazin N ‐[ p ‐Nitro‐phenyl]‐6‐methyl‐pyridazinium‐trichloracetat (das Chromogen der Webb‐Reaktion) ergibt. Auf Zusatz von Natronlauge tritt Ringöffnung nach Art einer Zincke‐Spaltung N ‐phenylierter Pyridine ein, wobei die aci ‐Nitroform des β‐Acetyl‐acrolein‐ p ‐nitro‐phenylhydrazons (der violette Farbstoff der Webb‐Reaktion, λ max = 560 mμ) entsteht. Das Chromogen kann als krist. Reineckat und Hexachloro‐platinat analysenrein erhalten werden. Es werden Chromogen‐ähnliche Pyridaziniumsalze synthetisiert. Das N ‐[ p ‐Nitro‐phenyl]‐pyridazinium‐Kation (ohne C ‐Substituenten am Pyridazin‐Ring) ist alkalistabil; daher verhalten sich 2‐Desoxy‐tetrosen bei der Webb‐Reaktion negativ. Minimalbedingung für die Farbreaktion ist das Vorliegen einer 2‐Desoxy‐aldose mit wenigstens 5 C‐Atomen. Einige Versuche zum Mechanismus der Webb‐Reaktion von 2‐Desoxy‐hexosen, 2.6‐Didesoxy‐hexosen und 2.5‐Didesoxy‐pentosen werden besprochen.