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Stabilität und Struktur der Zink‐Komplexe von Histidin‐Derivaten
Author(s) -
Weitzel Günther,
Schaeg Werner,
Schneider Friedhelm
Publication year - 1960
Publication title -
justus liebigs annalen der chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.825
H-Index - 155
eISSN - 1099-0690
pISSN - 0075-4617
DOI - 10.1002/jlac.19606320115
Subject(s) - chemistry , stereochemistry
Die Gleichgewichtskonstanten der Zinkkomplexe von zehn Histidinderivaten wurden durch potentiometrische Titration bestimmt und die „overall”‐Stabilitätskonstanten (für den gesamten p H ‐Bereich) sowie die physiologischen Bindungskonstanten (für p H 7.2) berechnet. — Die Zinkkomplexe von Histamin und Histidin, in denen ein Chelat‐6‐Ring anzunehmen ist, besitzen höhere Stabilität als die Zinkkomplexe von 4‐Aminomethyl‐imidazol und 4‐Imidazolylglycin, welche formal einen Chelat‐5‐Ring bilden können. — Die Zinkkomplexe von Histidinol, Histidinmethylester, 1‐Benzyl‐histidin und Histidinhydrazid, für welche sämtlich die „Zink‐histamin”‐Struktur mit Chelat‐6‐Ring anzunehmen ist, zeigen im Vergleich zu Histidin strukturabhängige Variationen der Komplexstabilität. — An den Dipeptiden L ‐His‐ L ‐Asp‐, L ‐His‐ L ‐Glu‐und L ‐His‐ L ‐Leu‐methylester wird gezeigt, daß deren Zinkkomplexe ebenfalls die „Zink‐histamin”‐Struktur ausbilden und daß der Verschluß des Histidincarboxyls durch die Peptidbindung zur Erhöhung des Zinkbindungsvermögens im physiologischen p H ‐Bereich führt. Die Veresterung der carboxylendständigen Aminosäure beeinflußt dagegen die Zinkaffinität der Peptide nicht. — Alle geprüften Histidinderivate besitzen hohes Zinkbindungsvermögen („overall”‐Konstanten 8.8 bis 11.7), überschreiten aber nicht das Zinkbindungsvermögen des Histidins.