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Zur Theorie der Wagner‐Meerwein‐Umlagerung über 2‐ p ‐Anisyl‐camphenilol und sein langlebiges Carbonium‐Ion
Author(s) -
Bartlett Paul D.,
Webster Eleanor R.,
Dills Charles E.,
Richey,Jr. Herman G.
Publication year - 1959
Publication title -
justus liebigs annalen der chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.825
H-Index - 155
eISSN - 1099-0690
pISSN - 0075-4617
DOI - 10.1002/jlac.19596230124
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , carbonium ion , polymer chemistry , ion , organic chemistry
2‐[ p ‐Anisyl]‐camphenilol (I) und das epimere Iso‐2‐[ p ‐anisyl]‐camphenilol (III) bilden beim Lösen in Ameisensäure, Salzsäure oder Schwefelsäure ein beständiges Carbonium‐Ion (λ max = 384 mμ, log ϵ = 4.7). In Ameisensäure verschwindet die Farbe im Verlaufe einer Stunde oder mehr, in konz. Salzsäure verringert sie sich, bis ein Gleichgewichtswert erreicht ist, in konz. Schwefelsäure bleibt sie unverändert. — In Ameisensäure, die 1% oder mehr Wasser enthält, entsteht durch Umlagerung schnell p ‐Anisyl‐apocamphen (IX), langsam bilden sich daneben noch die Ameisensäureester von mindestens zwei sekundären Alkoholen. Aus HCl läßt sich ein — wahrscheinlich sekundäres — Chlorid isolieren, welches je nach den Reaktionsbedingungen zu I oder III hydrolysiert. In beiden Solventien entsteht auch eine geringe Menge p ‐Anisyl‐apocyclen (V); die Ausbeute daran steigt auf über 30% d. Th., wenn die Reaktionsbedingungen eine Ionisierung erschweren. Verdünnt man die Lösung in konz. Schwefelsäure schnell mit Wasser, so erhält man III neben geringeren Mengen I und IX. Beim erneuten Auflösen von IX in Ameisensäure bildet sich das Carbonium‐Ion zurück, es entsteht jedoch ein anders zusammengesetztes Gemisch von sek. Ameisensäureestern als aus I und III. — Linksdrehendes I führt zu linksdrehendem IX und zu einem Gemisch von Ameisensäureestern, deren negative Drehung in ameisensaurer Lösung abnimmt. Aus (‐)‐ p ‐Anisyl‐apocamphen entstehen beim Lösen in Ameisensäure rechtsdrehende sek. Ameisensäureester. Als Zwischenstufe bei dieser Umlagerung kann weder V noch irgend ein anderes Ion mit einer Symmetrieebene auftreten. Der Reaktionsverlauf läßt sich konduktometrisch verfolgen. Es ist wohl das erste Beispiel, in dem das intermediär bei der Wagner ‐ Meerwein ‐Umlagerung auftretende Carbonium‐Ion sich in dieser Weise beobachten läßt.