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Zur Vegetationsentwicklung naturnaher Flußtalmoore am Beispiel des NSG „Peenewiesen bei Gützkow”︁ (Mecklenburg‐Vorpommern)
Author(s) -
Fischer U.
Publication year - 1999
Publication title -
feddes repertorium
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.24
H-Index - 25
eISSN - 1522-239X
pISSN - 0014-8962
DOI - 10.1002/fedr.19991100312
Subject(s) - gynecology , physics , humanities , philosophy , political science , medicine
Ziel dieser Arbeit ist eine Darstellung von Standort und Vegetation für das Naturschutzgebiet (NSG) „Peenewiesen bei Gützkow”. Der Vergleich mit früheren Arbeiten und historischen Dokumenten erlaubt Aussagen zur Vegetationsentwicklung in den letzten Jahrzehnten und deren Ursachen. Das Untersuchungsgebiet (UG) ist das bedeutendste Naturschutzgebiet im Bereich der nordostdeutschen Flußtalmoore. Es repräsentiert trotz seiner geringen Größe die charakteristische Vegetationszonierung eines primär mesotroph‐subneutralen Durchströmungsmoores unter extensiven Nutzungsbedingungen. Im UG sind seit 1694 alle Formen typischer historischer Nutzung der Talmoore dokumentiert. Weidenutzung, zweischürige Mahdnutzung, Mergelung, Dränage und Umbruch mit Neuansaat sowie Hand‐ und Maschinentorfstich. Das UG zeigt großen floristischen Reichtum. Elf vom Aussterben bedrohte, 26 stark gefährdete und 31 gefährdete Arten kommen vor. Floristisch besonders reich ist nach wie vor ein talrandnahes, druckwasserbestimmtes Pfeifengraswiesen‐Handtorfstich‐Mosaik mit Resten der Vegetation mesotroph‐kalkhaltiger Moore. Es wurden 27 Vegetationsformen folgender Vegetationsformationen ausgeschieden: Seggenriede, Röhrichte, Feuchtwiesen, Staudenfluren und Staudenröhrichte, Feuchtgebüsche und Bruchwälder. Mittlere Grundwasserstände und Grundwassergang haben sich seit 1975 nicht wesentlich verändert. Aus Oberbodenansprache und Bodenanalysen folgt: Der Norden des UG ist stark, der Süden nur mäßig bis schwach anthropogen beeinflußt. Untersuchungen der Leitfähigkeit der Torfschichten in den oberen zwei Metern verdeutlichen den weit in das Gebiet hineinreichenden Überflutungseinfluß der Peene. Die Maschinentorfstiche entwickelten sich in den letzten 20 Jahren von mesotroph‐alkalisch/eutrophen zu polytrophen Gewässern. Ursachen sind Bewaldung und Überflutung. Die Feuchtwiesen zeigen gegenwärtig eine starke Verstaudungstendenz mit der Ausbreitung von drei Hauptfaziesbildnern. Ursachen sind die unregelmäßige Mahdnutzung der letzten 30 Jahre und Nährstoffeintrag. 40% des UG sind heute von geschlossenem Bruchwald bedeckt. In mesotroph‐grundwasserbestimmten Bereichen betrug der Bewaldungszeitraum weniger als 50 Jahre, im Überflutungsbereich wächst bereits in 20 Jahren ein geschlossener Bruchwald auf. Eine starke Eutrophierungstendenz durch Überflutung prägt die Waldstandorte. Wichtige Pflegemaßnahmen zur Erhaltung von Vegetations‐ und Landschaftsbild sind regelmäßige, mindestens einmal jährliche Mahd der Feuchtwiesen sowie Beweidung von Seggenrieden und offenen Gebüschen.

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