Premium
Kritische Revision der „ Thlaspi ”︁‐Arten Europas, Afrikas und Vorderasiens I. Geschichte, Morphologie und Chorologie
Author(s) -
Meyer Friedrich Karl
Publication year - 1979
Publication title -
feddes repertorium
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.24
H-Index - 25
eISSN - 1522-239X
pISSN - 0014-8962
DOI - 10.1002/fedr.19790900302
Subject(s) - brassicaceae , biology , botany , humanities , art
In der allgemeinen Einleitung einer in mehreren Teilen erscheinenden systematischen Bearbeitung der bisher in der Gattung Thlaspi L. geführten Arten aus Europa, Vorderasien und Afrika wird nach bereits erfolgter Veröffentlichung eines Conspectus dieser Arten ein historischer Überblick über die Gattung Thlaspi gegeben und morphologische bzw. anatomische Merkmale einer Wertung unterzogen. Als wertvoll erwies sich u. a. die Struktur der Samentesta, die bei Thlaspi s. str. einen eigenen Charakter zeigt und sich von allen anderen bisherigen Thlaspi ‐Arten unterscheidet. Dadurch erweisen sich die zu Thlaspi s. str. gehörigen Arten als eigener Komplex, von dem sich die anderen bisherigen Thlaspi ‐Arten deutlich unterscheiden. Die charakteristischen Unterschiede der außerhalb dieses Thlaspi ‐Komplexes stehenden zahlreichen Arten erlauben wiederum eine stärkere Gattungsdifferenzierung, daß sich die bisherige Gattung Thlaspi als Mosaik verschiedener Gattungen zeigt, deren engerer oder weiterer systematischer Verwandtschaftsgrad sich erst nach umfassenderen Studien innerhalb verschiedenster Gattungen der Brassicaceae (Cruciferae) feststellen lassen wird. Eine Subordinierung dieser Verwandtschaftskreise als „Untergattungen” von Thlaspi ist nicht möglich, da der morphologisch‐anatomische Abstand zu groß ist. Ein Verharren auf dem bisherigen Umfang einer heterogenen Gattung Thlaspi würde einer Zusammenfassung vieler anderer bisher gut unterschiedener Gattungen in der Familie der Brassicaceae Vorschub leisten und nicht die natürlichen Verhältnisse widerspiegeln. Beigegebene Abbildungen von Früchten und Samentesten verschiedener Arten sollen diese Ansicht untermauern. Abschließend wird die geographische Verbreitung der einzelnen Gattungen dargestellt, die bei Noccaea Moench auch kurz deren weite Verbreitung durch Nordasien und das extratropische Amerika streift.