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Vorschlag einer systematischen Neugliederung der mineralbodenwasserbeeinflußten wachsenden Moorvegetation Mitteleuropas unter Ausklammerung des Gebirgsraumes
Author(s) -
Succow Michael
Publication year - 1974
Publication title -
feddes repertorium
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.24
H-Index - 25
eISSN - 1522-239X
pISSN - 0014-8962
DOI - 10.1002/fedr.19740850106
Subject(s) - humanities , philosophy , political science
In den derzeitigen Systemen der Pflanzengesellschaften der mitteleuropäischen Moore werden die Assoziationen fast ausschließlich durch dominant auftretende auffällige Arten (überwiegend Riedgras‐ und Röhrichtarten) mit weiter ökologischer Amplitude charakterisiert. Demzufolge haben die Assoziationen nur eine geringe ökologische Aussagekraft und sind im allgemeinen für praktische Fragestellungen kaum verwendbar. Die Bryoflora, die für die überwiegende Zahl der Moorvegetationskomplexe charakteristisch ist und die herrschenden ökologischen Bedingungen sehr gut widerspiegelt, wurde bei den bisherigen Vegetationsgliederungen zu wenig berücksichtigt. Aus den genannten Gründen erscheint eine Überarbeitung des Systems notwendig. Ausgangspunkt für den vorliegenden Systemvorschlag bildet eine ökologische Gliederung der mitteleuropäischen Moore in vier Hauptmoortypen: — eutrophe Moore (Flachmoore), — meso‐oligotrophe kalkreiche Moore (Niedermoore), — meso‐oligotrophe saure (mineralbodenwassergenährte) Moore (Zwischenmoore) — ombrotrophe Moore (Hochmoore).Die „Dominanzassoziationen” wurden aufgelöst. Den Dominanzbeständen wurde lediglich der Wert von Fazies beigemessen. Die Kennzeichnung der systematischen Einheiten erfolgte mit Hilfe soziologischer Artengruppen. Die Neugliederung umfaßt den Bereich der Flach‐, Nieder‐ und Zwischenmoore einschließlich ihrer Gebüschgesellschaften sowie einen Teilkomplex der Wasserröhrichte. Die Gliederung erfolgt bis auf Assoziationsebene. Jede Einheit wird knapp gekennzeichnet, und es werden die charakteristischen Artengruppen genannt. Desweiteren werden bei den Assoziationen die wichtigsten Beschreibungen in der Literatur angeführt.