Premium
Soziologische und ökologische Untersuchungen an Moosen mecklenburgischer Ackerböden
Author(s) -
Kühner Eugen
Publication year - 1971
Publication title -
feddes repertorium
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.24
H-Index - 25
eISSN - 1522-239X
pISSN - 0014-8962
DOI - 10.1002/fedr.19710820702
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , biology
Von verschiedenen Ackerstandorten Mecklenburgs wurden 437 bryosoziologische Aufnahmen ausgewertet. Dabei konnten 81 Moosarten festgestellt werden. Hieran schließen sich floristische und pflanzengeographische Untersuchungen an. Als wichtigste Vegetationseinheiten werden das Riccio‐Anthoceretum, das Pottietum truncatae und das Pottietum lanceolatae erkannt. Diese Assoziationen werden in Subassoziationen, Varianten und Subvarianten gegliedert. Ökologische Untersuchungen ergaben, daß sich die drei genannten Assoziationen in ihren Ansprüchen an den p H‐Wert, den Kalk‐ und Wassergehalt des Bodens unterscheiden. Während das Riccio‐Anthoceretum schwach saure bis saure, nasse Böden im atlantisch beeinflußten Gebiet bevorzugt, kommt das Pottietum lanceolatae auf alkalisch reagierenden, sommertrockenen Standorten Südostmecklenburgs vor. Das Pottietum truncatae, die häufigste Moosgesellschaft, besiedelt besonders die guten Ackerstandorte (schwach saure bis neutrale, gut durchfeuchtete Böden). Das Auftreten der einzelnen Arten in Abhängigkeit von einigen ökologischen Faktoren ( p H‐Wert, K 2 O‐, P 2 O 5 ‐ und Wassergehalt des Bodens) wird dargestellt und eine Einstufung in 7 soziologisch‐ökologische Artengruppen vorgenommen. Im Zusammenhang damit erfolgt eine kurze Charakterisierung der Standortsverhältnisse. In Kulturversuchen werden durch Variation des Säuregrades, des Kalium‐, Phosphor‐und Stickstoffgehaltes der Nährlösung sowie durch veränderten Wassergehalt des Substrates die Wachstumsoptima und Wachstumsgrenzen einiger Ackermoose bestimmt. Ein Vergleich der experimentellen Ergebnisse mit den ermittelten ökologischen Ansprüchen der Arten ergab, daß der Bereich des optimalen physiologischen Wachstums größer ist als der, in dem die Art im Freiland vorkommt. Am natürlichen Standort wird durch die Konkurrenz der Bereich des möglichen Wachstums (physiologischer Wachstumsbereich) eingeengt. Als Ergänzung der ökologischen Untersuchungen kann der Stickstoffgehalt der Nährlösung bzw. des Bodens als weiterer differenzierender Faktor für das Vorkommen der drei Gesellschaften gewertet werden.