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Die „Erweiterung”︁ des Redox‐Begriffs mit Stoffen aus dem Alltag
Author(s) -
Rossow Marco,
Flint Alfred
Publication year - 2009
Publication title -
chemkon
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3730
pISSN - 0944-5846
DOI - 10.1002/ckon.200910090
Subject(s) - philosophy , humanities , art
In so gut wie allen Bereichen des täglichen Lebens finden in kleinerem und größerem Umfang ständig Redoxreaktionen statt. Dabei handelt es sich teilweise um scheinbar sehr einfache und uns aus dem Alltag geläufige Reaktionen, wie das Verbrennen einer Kerze, das Verbrennen von Benzin, das Rosten eines Eisengegenstandes oder das Anlaufen von Kupferrohren und ‐dächern. Weit weniger geläufig und dennoch von sehr großer Bedeutung sind die Redoxreaktionen, die in Batterien und Akkumulatoren ablaufen (vgl. [6]). Der Grund für den geringen Bekanntheitsgrad ist, dass man den Verlauf dieser Reaktionen nicht sehen kann. Während des Betriebes verändern sich die elektrochemischen Spannungsquellen rein äußerlich nicht. Ist eine Batterie oder ein Akkumulator entleert, so wird sie ersetzt bzw. man lädt ihn auf. Eine Stoffumwandlung ist in keinem der Fälle wahrnehmbar. Weitere Bereiche des alltäglichen Lebens, in denen Redoxreaktionen eine große Rolle spielen, jedoch kaum wahrgenommen werden, sind sowohl Einfärbungs‐ als auch Entfärbungsprozesse. Dabei nimmt in einer Zeit, in der man günstig Kleidung kaufen kann, die Alltagsrelevanz der Färbeprozesse ab. Das Entfärben von unerwünschten Rotwein‐ oder Grasflecken ist jedoch nach wie vor im täglichen Leben von großer Bedeutung. Nicht nur im Alltag, sondern auch in der Wissenschaft Chemie spielen die Redox‐Reaktionen eine ganz entscheidende Rolle. Sie sind neben den Säure‐Base‐Reaktionen die am häufigsten ablaufenden und ihnen liegt ein ganz wesentliches Donator‐Akzeptor‐Prinzip zu Grunde. Dieser Bedeutung tragen auch die derzeitigen Rahmen‐ und Lehrpläne Rechnung, Redox‐Reaktionen nehmen in der Schule einen großen Raum ein. Wir finden sie z.B. im Anfangsunterricht bei den Verbrennungs‐ bzw. Metall‐Metalloxid‐Reaktionen, später bei der Behandlung der Organischen Chemie und der Oxidation von Alkoholen und Aldehyden sowie in der Oberstufe im Bereich der Elektrochemie oder auch bei den Farbstoffen.