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Die Rolle des Animismus bei der Vermittlung chemischer Sachverhalte
Author(s) -
Püttschneider Martin,
Lück Gisela
Publication year - 2004
Publication title -
chemkon
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3730
pISSN - 0944-5846
DOI - 10.1002/ckon.200410014
Subject(s) - humanities , philosophy , political science
Wie lassen sich Naturphänomene und deren naturwissenschaftliche Deutung motivierend und nachhaltig vermitteln? Eine wirklich befriedigende Antwort scheint wohl nicht gefunden zu sein, denn Chemie gilt in der öffentlichen Diskussion immer noch als unverständlich. Nicht ohne Grund wurde Ende der 80er Jahre das PUSH‐Programm entwickelt (Public Understanding of Science and Humanities). In diesem Programm sollen einer breiten Öffentlichkeit wissenschaftliche Begriffe, Problemstellungen und Konzepte verständlich dargeboten werden, so dass es zu einer Wertschätzung der naturwissenschaftlichen und technischen Beiträge in der Gesellschaft kommt [1]. Verständliche Vermittlung muss frühzeitig in der Schule beginnen, da dort die Grundlagen für ein nachhaltiges Interesse an naturwissenschaftlichen Fragestellungen gelegt werden. Ein nachlassendes Interesse gegenüber naturwissenschaftlichen Fächern, insbesondere Chemie und Physik, zeigt sich bereits im Verlauf der Sekundarstufe I. Höner und Greiwe bestätigen Untersuchungen der Vorjahre und stellen fest: „ In der 7. Klasse ist Chemie noch das drittbeliebteste Fach … Im Verlauf der Jahrgangsstufen verschlechtert sich der Wert in der neunten sowie noch einmal in der zehnten Klasse … zu den unbeliebtesten Fächern. ” [2] Es ist anzunehmen, dass die nachlassende Fachbeliebtheit auch langfristig und nachhaltig zu einem rückläufigen Interesse an chemischen Sachverhalten führt. Neben verschiedenen ursächlichen Faktoren ist hier insbesondere die Art der Vermittlung zu nennen. Der bewusste Einsatz von Animismen könnte durch seinen motivierenden Charakter einem nachlassenden Interesse entgegenwirken.