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Liesegangsche Ringe Ein faszinierendes Beispiel für räumliche Stukturbildung
Author(s) -
Ducci Matthias,
Müller Kathrin,
Oetken Marco
Publication year - 1999
Publication title -
chemkon
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3730
pISSN - 0944-5846
DOI - 10.1002/ckon.19990060306
Subject(s) - chemistry , humanities , philosophy
RAPHAEL EDUARD LIESEGANG machte im Jahre 1896 eine aufregende Entdeckung: Er beobachtete, daß das Auftropfen von Silbernitrat‐Lösung auf eine Gelatinefläche mit geringen Kaliumdichromatgehalt nicht zu einem gleichförmigen Silberchromat‐Niederschlag, sondern zur Ausbildung konzentrischer Ringe ‐ der Liesegangschen Ringe ‐ führt. Im folgenden wird neben diesem „klassischen” Liesegang‐Experiment die Entstehung periodischer Schichten im Reagenzglas anhand eindrucksvoller Beispiele geschildert. So treten z. B. beim Eindiffundieren von Ammoniak‐Lösung in ein cobaltsalzhaltiges Gelatinegel wunderschöne blau‐grüne Cobalthydroxid‐Schichten auf, die sehr eng zusammen liegen, jedoch scharf voneinander abgesetzt sind. Demgegenüber können bei der rhythmischen Fällung von weißem Zinkhydroxid niederschlagsfreie Zwischenzonen von bis zu einigen Zentimetern Höhe beobachtet werden. Ferner wird gezeigt, daß die Bildung Liesegangscher Ringe nicht auf Reaktionen in Gelen beschränkt ist, sondern auch im wäßrigen Medium gelingt, sofern ungestörte Diffusion und die Lokalisierung der schwerlöslichen Umsetzungsprodukte auf andere Weise, wie z.B. in Kapillaren mit sehr geringem Durchmesser, gewährleistet ist. Schließlich wird ein Experiment vorgestellt, bei dem innerhalb weniger Minuten periodische Ammoniumchlorid‐Schichten in einem langen, dünnen Glasrohr entstehen, wenn Ammoniak‐ und Chlorwasserstoff‐Gas von beiden Seiten gegeneinander diffundieren.

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