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(R)Evolution aus dem Labor
Author(s) -
Welter Kira
Publication year - 2018
Publication title -
chemie in unserer zeit
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.217
H-Index - 24
eISSN - 1521-3781
pISSN - 0009-2851
DOI - 10.1002/ciuz.201880030
Subject(s) - humanities , philosophy , chemistry
Den Nobelpreis für Chemie 2018 teilen sich drei Forscher, die die Prinzipien der natürlichen Evolution nutzten, um maßgeschneiderte Enzyme und Antikörper zu entwickeln. Der US‐Amerikanerin Frances H. Arnold gelang es, das Konzept der gerichteten Evolution, wodurch Enzyme mit gewünschten Eigenschaften produziert werden können, zu verallgemeinern. Heute können passende Enzyme für die Herstellung der verschiedensten Produkte – von Arzneien über Waschmitteln bis hin zu Biosprit – im Labor erzeugt werden. George P. Smith entwickelte eine weitere Methode, die „Phagen‐Display“ heißt, und Sir Gregory P. Winter kombinierte diese mit den Prinzipien der gerichteten Evolution, um bestimmte Antikörper zu produzieren. Mithilfe dieses Verfahrens können neue Medikamente hergestellt werden, die gegen Autoimmunkrankheiten oder Krebs wirken. Für ihre (r)evolutionäre Arbeit werden die drei Wissenschaftler nun mit der höchsten Auszeichnung in der Chemie geehrt.