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Präbiotische Evolution und der Ursprung des Lebens
Author(s) -
Dose Klaus
Publication year - 1987
Publication title -
chemie in unserer zeit
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.217
H-Index - 24
eISSN - 1521-3781
pISSN - 0009-2851
DOI - 10.1002/ciuz.19870210602
Subject(s) - physics , philosophy , humanities
Innerhalb der Naturwissenschaften wird heute allgemein angenommen, daß das Leben über eine Folge von Evolutionsschritten durch Selbstorganisation von Molekülen oder Molekülkomplexen entstanden ist. Von diesen mokekularen Bausteinen wird wiederum ‐ zumindest für die Erde ‐ vermutet, daß sie vor allem durch Einwirkung verschiedener Energieformen auf die Bestandteile der frühen Atmosphäre und Hydrosphäre gebildet wurden. Zur Zeit werden Folgende Evolutionsstadien diskutiert: Die Selbstorganisation von solchen spontan gebildeten präbiotischen Molekülen zu den ersten Zellen (Protobionten oder Protozellen), deren („protodarwinsche”) Evolution zu Progenoten und die Darwinsche Evolution von Progenoten zu den drei Reichen heutiger Organismen: Archaebakterien, Eubakterien, Eukaryoten (Abbildung 1). Beträchtliche Meinungsverschiedenheiten bestehen jedoch unter den Wissenschaftlern über Details der einzelnen Evolutionsschritte. Das Problem ist, daß alle bisher diskutierten Evolutionsschritte von präbiotischen Molekülen zu den Progenoten weitgehend hypothetisch sind. Dasselbe gilt für die Vorstellungen über die Umgebungsbedingungen, die während der einzelen Evolutionsschritte auf der frühen Erde herrschten. Viele Schwierigkeiten bestehen darüber hinaus im Hinblick auf die Laborsimulation der Präbiotischen Bildung der meisten molekularen Bausteine, dies gilt vor allem für die Bildung von replikationsfähigen Polynucleotiden, einfachen Nucleotiden, von Ribose und Desoxyribose sowie auch für die Anhäufung optisch reiner D‐ oder L‐Formen. Das Gebiet befindet sich zur Zeit in einem Zustand der Stagnation. Um aus diesem Zustand herauszukommen, werden grundsätzlich neue Anstöß benötigt. Derartige Anstöße könnten u.a. aus den Bereichen der Molekularbiologie sowie der Planetenforschung und der Kosmochemie kommen. Bessere Vorstellungen über die Umgebungsbedingungen auf der primitiven Erde könnte beispielsweise eine Erforschung der Marsoberfläche liefern. Es wird nämlich angenommen, daß sich weite Teile der Marsoberfläche noch heute in einem Zustand befinden, in dem sich die Erde vor etwa vier Milliarden Jahren befand. Entsprechende Daten werden voraussichtlich innerhalb der nächsten 15 Jahre zur Verfügung stehen.

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