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Biologische Abwasserreinigungsanlagen
Author(s) -
Leistner Gerhard,
Müller Gerhard,
von Rüden Ferdinand
Publication year - 1981
Publication title -
chemie ingenieur technik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.365
H-Index - 36
eISSN - 1522-2640
pISSN - 0009-286X
DOI - 10.1002/cite.330530502
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , microbiology and biotechnology , biology
In biologischen Abwasserreinigungsanlagen werden die im Abwasser gelösten organischen Schmutzstoffe durch Bakterien abgebaut. Für den aeroben Stoffwechselprozeß der Bakterien sind dem Abwasser Sauerstoff und gegebenenfalls Nährstoffe zuzuführen. Für die Belebungsstufe der biologischen Abwasserreinigungsanlagen ist besonders im industriellen Bereich die Abkehr von den mit Oberflächenbelüftern ausgestatteten Flachbeckenanlagen (3 bis 4 m Wasserhöhe) und die Hinwendung zu größeren Wassertiefen, die unter Wasser installierte Druckbelüftungssysteme erfordern, festzustellen. Jüngste Entwicklungen sind durch Hochbauweise (Tankbau) mit Wasserhöhen zwischen 15 und 30 m oder durch unterirdische Einrichtungen (ca. 100 m tief gehende Rohre) gekennzeichnet. Hierfür wird das Bestreben ausschlaggebend, die Abluftmengen zu reduzieren, Platz einzusparen, Geruchs‐ und Lärmprobleme zu vermindern und möglichst Investitions‐ und Energiekosten einzusparen. Zur Steigerung der Raum‐Zeit‐Ausbeute, zur besseren Beherrschung von stoßartigen Belastungen und zur Erhöhung des Abbaugrades wird der verfahrenstechnischen Prozeßführung gesteigerte Aufmerksamkeit gewidmet, indem man bewußt den volldurchmischten Reaktionsraum, die Kaskadenfahrweise oder die Rohrcharakteristik anstrebt. Neben Luft wird die Begasung mit reinem Sauerstoff angewendet. Für besonders kritische Abwässer kommt Aktivkohle in pulverisierter oder körniger Form zum Einsatz. Für Stickstoff enthaltende Abwässer wird eine Denitrifizierungsstufe zugeschaltet. Derzeit relevante Verfahren und Anlagen werden betrachtet.