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Zur ambivalenten Reaktivität von α‐Acyloxycarbonsäurechloriden
Author(s) -
Rüchardt Christoph,
Brinkmann Heinrich
Publication year - 1975
Publication title -
chemische berichte
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.667
H-Index - 136
eISSN - 1099-0682
pISSN - 0009-2940
DOI - 10.1002/cber.19751081012
Subject(s) - chemistry , oxonium ion , medicinal chemistry , polymer chemistry , organic chemistry , ion
Die Reaktionen der α‐Acyloxycarbonsäurechloride 1 mit Alkoholen, Phenolen, Thiolen, Acetophenonoxim, Dimethylcadmium und Diazomethan als nucleophilen Reaktionspartnern wurden präparativ und teilweise NMR‐spektroskopisch untersucht. Es bilden sich, stark abhängig von der Struktur der Säurechloride und den Reaktionsbedingungen, insbesondere dem Zusatz von Base, die normalen Acylderivate 3 und/oder die Ringtautomeren‐Derivate 2 mit 1,3‐Dioxolan‐4‐on‐Struktur. Qualitative kinetische Experimente und die Isolierung von 4‐Oxo‐1,3‐dioxolan‐2‐ylium‐Salzen stützen die Annahme, daß das Entstehen der Dioxolanonderivate durch eine unter Nachbargruppenbeteiligung der α‐Acyloxygruppe verlaufende S N 1‐Substitution der Säurechloride selbst verursacht ist, die in Anwesenheit von Pyridin durch Abfangen der Oxonium‐Zwischenstufe unterbunden wird. Die normale Acylierung über Acylpyridiniumsalze tritt dann in den Vordergrund. Besondere Gesichtspunkte der Reaktionsmechanismen aller Reaktionen werden diskutiert.