Premium
Zur Thermodynamik Optischer Antipoden, I
Author(s) -
Mauser Heinz
Publication year - 1957
Publication title -
chemische berichte
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.667
H-Index - 136
eISSN - 1099-0682
pISSN - 0009-2940
DOI - 10.1002/cber.19570900302
Subject(s) - chemistry , physics , humanities , philosophy
Werden die Mischungseffekte binärer Systeme optischer Antipoden eingehend diskutiert und mit der Erfahrung verglichen, so findet man, daß sich flüssige optische Antipoden ideal verhalten. Aus den Schmelzdiagrammen erkennt man hingegen, daß optische antipoden nur selten ideale Mischkristalle bilden. Meistens stehen die reinen Komponenten mit der Schmelze im Gleichgewicht. Feste optische Antipoden verhalten sich somit nur in seltenen Fällen ideal; in überwiegender Mehrzahl zeigen die Schmelzdiagramme ein Dystektikum. Demnach bevorzugen optische Antipoden die Bildung einer Mischphase singulärer Zusammensetzung. – Nach Roozeboom und Aten muß diese Mischphase als eine Molekülverbindung aufgefaßt werden, die nicht nur im festen Zustand, sondern auch in der Schmelze in nachweisbarer Menge vorliegen muß. Die Aktivitäten dieser Molekülverbindung, wie auch diejenigen der Komponenten, sind nach Roozeboom und Aten im wesentlichen den wahren Molenbrüchen dieser Stoffe gleichzusetzen. Mit diesen Annahmen läßt sich zwar das Auftreten eines Dystektikums qualitativ verstehen, doch müßten dann bei optischen Antipoden auch in den Schmelzen Abweichungen vom idealen Verhalten leicht nachweisbar sein. Dies widerspricht aber der Erfahrung. In einer nachfolgenden Arbeit soll dieser Widerspruch geklärt werden.