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Scheibenbemessung der Pressenkraftdurchleitung bei TVM‐Vortrieben
Author(s) -
Behnen Gereon,
Fischer Oliver,
SchmidtThrö Gerald
Publication year - 2016
Publication title -
beton‐ und stahlbetonbau
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.486
H-Index - 25
eISSN - 1437-1006
pISSN - 0005-9900
DOI - 10.1002/best.201600045
Subject(s) - humanities , art
Die Scheibenbeanspruchung von Tübbingfertigteilen (Tübbings) infolge der Durchleitung konzentrierter Pressenkräfte aus der Tunnelvortriebsmaschine (TVM) ist ein in der Literatur bisher kaum behandeltes Thema. Das liegt vor allem daran, dass es sich dabei um eine im Bauzustand und meist nur kurzzeitig, an einzelnen lokalen Stellen wirkende Beanspruchung handelt, die häufig durch die in Deutschland übliche bzw. durch die Regelwerke vorgegebene Mindestbewehrung (weitgehend) abgedeckt ist. Dabei wird oft verkannt, dass die Scheibenbeanspruchung neben der unmittelbaren Lasteinleitung (Nachweis Teilflächenpressungen) den für die Tübbingbemessung maßgebenden Lastfall darstellt und nach den Erfahrungen der Verfasser die häufigste Schadensursache an Tübbings darstellt. Insofern sollten die entsprechenden Nachweise sorgfältig geführt werden, insbesondere dann, wenn aus Gründen der Wirtschaftlichkeit die Mindestbewehrung abgemindert werden soll, oder wenn andere Bewehrungsformen (z. B. Stahlfasern) zum Einsatz kommen. Im vorliegenden Beitrag werden Tafelwerke als übersichtliche Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, die ohne EDV‐Berechnungen sowohl eine schnelle Optimierung der Tübbingteilung und der Pressenanordnung ermöglichen, als auch als Grundlage für die Bemessung herangezogen werden können. Zudem werden zur komplexen Modellbildung der rechnerischen Berücksichtigung von unvermeidlichen Toleranzen entsprechende Hinweise gegeben. Es wird dann auf unterschiedliche Bemessungsformate, insbesondere zur Begrenzung der Rissbreiten, näher eingegangen und vor dem Spannungsfeld der divergierenden Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Robustheit und dem Erkennen der relevanten Einflüsse diskutiert. Abschließend werden Vorschläge für eine ingenieurmäßige Nachweisstrategie gegeben.