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Sensibel, pragmatisch und entscheidungsfreudig – Die breite Spur von Martin Bachmann in Pergamon
Author(s) -
Steiner Josef
Publication year - 2017
Publication title -
bautechnik
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.224
H-Index - 17
eISSN - 1437-0999
pISSN - 0932-8351
DOI - 10.1002/bate.201720016
Subject(s) - humanities , art
Widmung Martin Bachmann , geb. am 19. Dezember 1964 in Karlsruhe, wuchs im Stadtteil Durlach in einem äußerst gastfreundlichen, offenen Elternhaus auf. Nach dem Abitur am Durlacher Gymnasium studierte er in Karlsruhe an der Technischen Hochschule Fridericiana Architektur und widmete sich nach dem Diplom am Institut für Baugeschichte bei Prof. Schirmer als wissenschaft licher Mitarbeiter schwerpunktmäßig der Erforschung und Erhaltung alter Bauwerke. In dieser Zeit, und auch schon früher als Student, war er während der sommerlichen Grabungskam pagnen der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) regelmäßig in der Türkei bei den Ausgrabungen in Pergamon aktiv, in Karlsruhe war er als Mitarbeiter in den interdisziplinären Sonderforschungsbereich 315 „Erhaltung historisch bedeutsamer Bauwerke” eingebunden. Im Jahr 1999 wurde er mit seiner Arbeit „Die Karlsburg, Spuren einer Residenzanlage im Karlsruher Stadtgefüge”, einem Thema aus der heimischen Umgebung, promoviert. Anschließend verlegte er seine beruflichen Aktivitäten in die Türkei und nahm am DAI in Istanbul bis 2006 die Stelle eines Referenten für Bauforschung an. In diesen Zeitraum fielen Forschungsprojekte zum Quell heiligtum Eflatun Pinar bei Konya und erste Erkundungen der Burg Karasis, in Pergamon widmete er sich zusammen mit seinem ehemaligen Studienkollegen Andreas Schwarting der Planung und der Ausführung des im August 2004 eingeweihten Schutzbaus Z. Nach der Übernahme von Lehraufträgen in Cottbus, Karlsruhe und Dortmund wurde Martin Bachmann 2006 zum zweiten Direktor der Abteilung Istanbul des DAI gewählt und übersiedelte endgültig nach Istanbul, wo er sich auch mit der Istanbuler Stadttopografie beschäftigte und sich intensiv für den Erhalt der historischen Holzhäuser eingesetzt hat. Im Zuge der Planungen für den Bau Z habe ich Martin Bachmann kennengelernt. Aus diesen ersten Kontakten hat sich im Laufe der vergangenen 14 Jahre bei der Instandsetzung des Südlichen Rundturms und des anschließenden Kellergewölbes neben der Roten Halle in Pergamon, der Stabilisierung absturzgefährdeter Teile des Mauerwerks ihrer Umfassungswände, der Aufstellung einer Stützfigur, der Reparatur eines Gewölbes der Faustina‐Thermen in Milet und bei den vorbereitenden Planungen und Maßnahmen für die Rekonstruktion einer Palästra‐Ecke des oberen Gymnasiums unterhalb von Bau Z eine von großem gegenseitigen Verständnis geprägte Zusammenarbeit zwischen Bauforscher/Architekt und Bauingenieur entwickelt. Am 3. August 2016, einige Tage nach der Rückkehr vom Heimaturlaub, ist Martin Bachmann an seinem Arbeitsplatz in Istanbul im Alter von 51 Jahren und ohne vorherige Warn zeichen an den Folgen einer Herzattacke gestorben. Ein furchtbarer Verlust für seine Familie, aber auch für die Wissenschaft und für seinen großen Freundeskreis. Dieser Beitrag über die Fußabdrücke, die er in Pergamon hinterlassen hat und die immer an Martin Bachmann erinnern werden, ist ihm und seinem dortigen Wirken gewidmet.

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