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Zur Deutung der Wellenlängenabhängigkeit der interstellaren Extinktion
Author(s) -
Friedemann R.,
Schmidt K.H.
Publication year - 1967
Publication title -
astronomische nachrichten
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.394
H-Index - 63
eISSN - 1521-3994
pISSN - 0004-6337
DOI - 10.1002/asna.19672900109
Subject(s) - physics , humanities , gynecology , philosophy , medicine
Es wird gezeigt, daß die von Stecher beobachtete Wellenlängenabhängigkeit der interstellaren Extinktion im Raketenultraviolett durch die Kombination von Eis‐ und Graphitteilchen befriedigend dargestellt werden kann, wenn die Verteilungsfunktion der Partikelradien der Eisteilchen ein abfallendes Exponentialgesetz und die der Graphitteilchen eine Gauss‐Verteilung ist. Die mittlere Teilchengröße beträgt für die Eispartikeln 6.0 · 10 ‐6 cm und für die Graphitteilchen 2.5 · 10 ‐6 cm. Der Anteil des Graphits beträgt nur 2 bis 4 Prozent an der Gesamtmasse des Staubes. Unter dem unterschiedlichen Einfluß des Strahlungsdrucks auf Teilchen verschiedener Größe tritt in der Umgebung heißer Sterne eine Entmischung des interstellaren Staubes ein, wodurch eine Veränderung der Wellenlängenabhängigkeit der Extinktion besonders im ultravioletten Spektralbereich verursacht wird. Das im Oriongebiet beobachtete Verfärbungsgesetz kann damit zwanglos erklärt werden. Der starke Anstieg der Extinktion im infraroten Bereich, wie er von Johnson gefunden wurde, läßt sich durch eine Verteilungsfunktion der Partikelradien verstehen, nach der Teilchen mit Radien von etwa 3 10 ‐4 cm relativ häufig sind.