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Neue Beiträge zum Zodiakallichtproblem
Author(s) -
Schmid F.
Publication year - 1940
Publication title -
astronomische nachrichten
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.394
H-Index - 63
eISSN - 1521-3994
pISSN - 0004-6337
DOI - 10.1002/asna.19402700503
Subject(s) - art , philosophy , physics , humanities
In der Zodiakallichtfrage sind noch nicht alle Widersprüche abgeklärt. Die spektroskopischen Ergebnisse beweisen uns, daß wir es im Zodiakallichtschimmer in erster Linie mit reflektiertem Sonnenlicht zu tun haben. Doch gehen die Ansichten auseinander, ob gasartige oder feste Aggregate die Träger des reflektierten Lichtes sind. Neben dem Hauptanteil an reflektiertem Sonnenlicht ist im Zodiakallicht voraussichtlich auch noch ein Rest selbständigen Lichtes vorhanden. Diese Annahme wird durch die spektroskopischen Ergebnisse von Slipher gestützt, der im Zodiakallichtspektrum neben den Absorptionslinien des Sonnenspektrums auch noch Emissionslinien gefunden hat, die auf ein Selbstleuchten gasartiger Substanz hindeuten. Die nachfolgenden Überlegungen führen uns zum Schlusse, daß sich alle scheinbaren Widersprüche abklären, wenn wir das Zodiakallicht in unsere eigene abgeplattete Erdatmosphäre verlegen. Die tellurische Natur des Zodiakallichtes erhält eine wesentliche Stütze durch die nächtliche Eigenbewegung des Zodiakallichtes und des Nachtscheines, wie sie vom Verfasser nachgewiesen worden sind. Dafür sprechen aber auch die gewaltigen Verlagerungen des Sternenhintergrundes zur Zodiakallichtpyramide, die der Verfasser auf der nördlichen und südlichen Halbkugel festgestellt hat. Kein kosmisches Flächengebilde weist etwas Ähnliches auf, und jeder Versuch, diese großen Abweichungen und die nächtliche Eigenbewegung durch die atmosphärische Extinktion auf Grund einer kosmischen Staubwolke zu erklären, wird erfolglos sein.