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Antihormone: Von der Entdeckung der Steroidhormone zu spezifischen Krebstherapeutika
Author(s) -
Schneider Martin R.
Publication year - 1993
Publication title -
archiv der pharmazie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.468
H-Index - 61
eISSN - 1521-4184
pISSN - 0365-6233
DOI - 10.1002/ardp.19933261003
Subject(s) - gynecology , medicine
Unter Antihormonen werden Substanzen verstanden, die die Wirkung endogener Hormone antagonisieren. Im engeren Sinn sind Antihormone als Rezeptorantagonisten definiert, Verbindungen, die mit den natürlichen Liganden um die Bindung an den entsprechenden Hormonrezeptor konkurrieren. Rezeptorantagonisten wurden ‐ beginnend vor etwa drei Jahrzehnten ‐ vor allem bei den Sexualhormonen aufgefunden. Neben einer therapeutischen Anwendung bei verschiedenen sexualspezifischen Dysfunktionen liegt ihr Haupteinsatzgebiet heute in der Behandlung hormonabhängiger Tumore, insbesondere des Mamma‐ und Prostatacarcinoms. Diese beiden in ihrer Inzidenz sehr bedeutenden Tumorerkrankungen sind zu einem hohen Prozentsatz endokrin‐sensitiv. Es ist lange bekannt, daß das Wachstum des Prostatacarcinoms durch Androgene, das des Mammacarcinoms durch Östrogene und Gestagene stimuliert wird. Antiandrogene wie das steroidale Cyproteronacetat oder das nichtsteroidale Flutamid werden daher erfolgreich zur Behandlung des Prostatacarcinoms eingesetzt. Beim Brustkrebs ist das nichtsteroidale Antiöstrogen Tamoxifen das Mittel der Wahl. Eine neue Generation von Antiöstrogenen wird derzeit entwickelt. In klinischer Erprobung beim Mammacarcinom ist auch eine neue Klasse von Antihormonen, die Antigestagene. Derartige Verbindungen wie Onapristone oder Mifepristone wirken nicht nur über einen klassischen Antagonismus, sondern induzieren eine terminale Differenzierung in experimentellen Mammacarcinomen.

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