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Wachstumsförderung von Mycobakterium tuberculosis durch Histamin
Author(s) -
Meindl Wolfgang
Publication year - 1987
Publication title -
archiv der pharmazie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.468
H-Index - 61
eISSN - 1521-4184
pISSN - 0365-6233
DOI - 10.1002/ardp.19873200519
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , biology
In der Lit. findet man unterschiedliche Angaben zum Einfluß der Mediatorsubstanz Histamin auf das Wachstum verschiedener Mikroorganismen. So verstärkt Histamin in Konzentrationen von 1250 bis 10 000 μ/ml signifikant das Wachstum von Staphylococcus aureus und zeigt auch in kleineren Konzentrationen einen stimulierenden Effekt bei Klebsiella pneumoniae und Lactobacillus bifidus. Dagegen hat Histamin keinen Einfluß auf das Wachstum von Proteus vulgaris und wirkt in sehr hohen Dosen sogar antibiotisch gegen Escherichia coli und hämolysierende Streptokokken. Bei Mycobakterienerkrankungen wie Tuberkulose und Lepra wird von erhöhten Histaminspiegeln berichtet. Die vermehrte Anwesenheit dieser Mediatorsubstanz kann auf bakteriell bedingte Entzündungsreaktionen zurückgeführt werden. Sie kann positive, d. h. wachstumsfördernde oder negative, also wachstumshemmende Auswirkungen auf das Mycobakterium haben oder sich ihm gegenüber indifferent zeigen. Abdel Kader et al. beschreiben Histamin als hochwirksame antimycobakterielle Substanz, sowohl in vitro als auch in vivo. An anderer Stelle wiederum wird berichtet, daß Histamin keinen Einfluß auf den Verlauf der Meerschweinchentuberkulose besitzt.