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Einwirkung von Gamma‐ und Neutronen‐Strahlung auf Arzneistoffe
Author(s) -
Schulte K. E.,
Henke G.
Publication year - 1973
Publication title -
archiv der pharmazie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.468
H-Index - 61
eISSN - 1521-4184
pISSN - 0365-6233
DOI - 10.1002/ardp.19733060306
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry , radiochemistry
Gamma‐ und Neutronenstrahlung löst bei vielen Arzneistoffen in wäßriger Lösung Abbaureaktionen aus, die zu einer größeren Zahl von Folgeprodukten führen. Die Abnahme des Gehalts wäßriger Lösungen verläuft meist linear mit der eingestrahlten Dosis und ist unabhängig von der Dosisleistung der Strahlung. Ein Zusatz von Na 2 S 2 O 5 ermöglicht meist keine wirksame Stabilisierung der Lösungen gegenüber ionisierender Strahlung. Bei der Gamma‐ und Neutronenbestrahlung von kristallinen Arzneistoffen, die oft zu einer Verfärbung der Substanzen führt, konnte nur in wenigen Fällen ein geringfügiger Abbau nachgewiesen werden. Neutronenstrahlung induziert eine Radioaktivität insbesondere in solchen Substanzen, die Na, K, P, Ca, S und Br als Bestandteile ihres Moleküls (nicht als Spurenelemente) enthalten. Für die Abschätzung der noch zu tolerierenden Aktivität dieser Arzneimittel unter Notstandsbedingungen wird vorgeschlagen, die MZK NOT für Trinkwasser (200 μC) zugrunde zu legen. Für eine n‐Dosis von 3.10 13 n/cm 2 liegt die berechnete Aktivität der therapeutischen Tagesdosis der meisten Arzneistoffe unter diesem Richtwert; eine Ausnahme bilden die Infusionslösungen, deren Na 24 ‐Aktivität jedoch relativ rasch abklingt.