Premium
Strukturelle und elektronische Flexibilität in Hydriden von Zintl‐Phasen mit Tetrel‐Wasserstoff‐ und Tetrel‐Tetrel‐Bindung
Author(s) -
Auer Henry,
Schlegel Robert,
Oeckler Oliver,
Kohlmann Holger
Publication year - 2017
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.201706523
Subject(s) - crystallography , chemistry , zintl phase , crystal structure
Die Hydrierung von Zintl‐Phasen ermöglicht die Bildung neuer Strukturmotive mit Hauptgruppenelement‐Wasserstoff‐Bindungen im Festkörper. Die Hydrierung von SrSi, BaSi und BaGe führt zu den Hydriden SrSiH 5/3‐ x , BaSiH 5/3‐ x und BaGeH 5/3‐ x . Die Kristallstrukturen wurden durch eine Kombination von Röntgen‐, Neutronen‐ und Elektronenbeugung sowie unter Zuhilfenahme von DFT‐Rechnungen gelöst und zeigen eine sechsfache Überstruktur im Vergleich zur wasserstofffreien Zintl‐Phase. Schichten aus verknüpften HSr 4 ‐(HBa 4 ‐)Tetraedern, die ein Hydridanion enthalten, wechseln sich mit Schichten aus polyanionischen Einfach‐ und Doppelketten ab, in denen Wasserstoff kovalent an Silicium oder Germanium gebunden ist. Die idealisierten chemischen Formeln EaTt H 5/3 ( Ea =Erdalkalimetall, Tt =Tetrelatom) lassen sich mit dem Zintl‐Klemm‐Konzept als ( Ea 2+ ) 3 ( Tt H − )( Tt 2 H 2− )(H − ) 3 beschreiben, wobei alle Tt ‐Atome dreibindig sind. Die Nichtstöchiometrie (SrSiH 5/3‐ x , x =0.17(2); BaGeH 5/3‐ x , x =0.10(3)) ist durch zusätzliche π‐Bindungsanteile zu erklären.