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Resonante Bildung von Strangbrüchen in sensibilisierten Oligonukleotiden induziert durch niederenergetische Elektronen (0.5–9.0 eV)
Author(s) -
Schürmann Robin,
Tsering Thupten,
Tanzer Katrin,
Denifl Stephan,
Kumar S. V. K.,
Bald Ilko
Publication year - 2017
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.201705504
Subject(s) - chemistry , microbiology and biotechnology , biology
In der Krebs‐Strahlentherapie werden halogenierte Nukleinbasen als Radiosensibilisatoren eingesetzt, um die Reaktivität der DNA gegenüber niederenergetischen Elektronen (NEEs) zu erhöhen. NEEs erzeugen DNA‐Strangbrüche bei spezifischen Energien (Resonanzen) durch dissoziative Elektronenanlagerung (DEA). Obwohl halogenierte Nukleinbasen intensive DEA‐Resonanzen bei verschiedenen Elektronenenergien in der Gasphase aufweisen, kann der Einfluss der halogenierten Nukleinbasen auf tatsächliche DNA‐Strangbrüche grundsätzlich nur schwer über den Energiebereich, in dem DEA stattfindet (<12 eV), untersucht werden. Mithilfe von DNA‐Origami‐Nanostrukturen haben wir die Energieabhängigkeit der Wirkungsquerschnitte für DNA‐Strangbrüche von Oligonukleotiden bestimmt, die mit 8‐Bromadenin ( 8Br A) modifiziert wurden. Diese Ergebnisse wurden mit DEA‐Messungen an isoliertem 8Br A in der Gasphase verglichen. Entgegen der Erwartungen wird der Großteil der Strangbrüche durch Resonanzen um 7 eV hervorgerufen, wohingegen der Einfluss von Resonanzen bei sehr niedrigen Energien (<2 eV) auf die Strangbrüche gering ist.