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Biomimetische organische Synthesen: Anmerkungen zu jüngeren Ergebnissen
Author(s) -
de la Torre María C.,
Sierra Miguel A.
Publication year - 2003
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.200200545
Subject(s) - chemistry , gynecology , humanities , political science , philosophy , medicine
Die Synthesewege, auf die die Natur zum Aufbau von Naturstoffen zurückgreift, sind in ihrer Ausgereiftheit atemberaubend, und schon sehr früh wurde nach Laborsynthesen gesucht, die diese Wege nachahmen. Das Konzept der biomimetischen Synthese, 1917 von Robinson eingeführt, löste sehr bald eine lang anhaltende Diskussion darüber aus, ob an jedem einzelnen Schritt in der Biogenese einer jeden Naturstoffklasse ein spezifisches Enzym beteiligt ist. Erfolgreiche Naturstoffsynthesen folgen oft natürlichen Prozessen, die mit einer minimalen Enzymteilnahme ablaufen, allerdings sollte daraus nicht geschlossen werden, dass nur solche biogenetischen Prozesse nachgeahmt werden könnten, an denen keine Enzyme beteiligt sind. Der vielleicht attraktivste Aspekt einer biomimetischen Strategie ist, dass sie die Entwicklung einer Synthesemethode nach biogenetischem Vorbild verfolgt, auch wenn der imitierte Biosyntheseweg nur hypothetisch ist. Zukünftige Verbesserungen sind durch künstliche Enzyme zu erwarten, die spezifische Umwandlungen katalysieren.