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Liganden als “Kompaßnadeln”: Rückschlüsse aus der Orientierung von Alken‐, Alkin‐ und Alkylidenliganden auf das π‐Bindungssystem bei tetraedrischen Übergangsmetallkomplexen
Author(s) -
Gibson Ver C.
Publication year - 1994
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19941061506
Subject(s) - chemistry
Diese Arbeit beschreibt die überraschend einfachen Strukturprinzipien für Übergangsmetallkomplexe mit π‐gebundenen Liganden und schlägt einfache Regeln (sowie Ligandenklassifizierungen) vor, mit denen man diese Strukturmerkmale erklären und auch Strukturen von Komplexen vorhersagen kann. Alken‐, Alkin‐ und Alkylidenliganden nehmen in bezug auf andere an das zentrale Übergangsmetallatom gebundene Liganden bestimmte Orientierungen ein, unabhängig von der Koordinationsgeometrie, da sie mit diesen um Metall‐Ligand‐π‐Bindungsanteile konkurrieren. Besonders interessant an tetraedrischen Komplexen ist, daß “single‐faced”, π‐gebundene Liganden (das sind Liganden, die nur in einer bestimmten Orientierung π‐koordinieren können) als “Sensoren” für die relative π‐Donorstärke aller anderen an das Metallzentrum gebundenen Gruppen fungieren können. Dazu müssen die tetraedrischen Komplexe nur als Dreiecke dargestellt und eine einfache, qualitative Untersuchung durchgeführt werden, die auf Berechnungen von Hoffmann et al. beruht. Damit kann man für eine Vielzahl dieser Übergangsmetallkomplexe die Vorzugsorientierung und die relative π‐Bindungsstärke der Liganden vorhersagen.