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Templatsynthesen
Author(s) -
Hoss Ralf,
Vögtle Fritz
Publication year - 1994
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19941060404
Subject(s) - chemistry , humanities , physics , medicinal chemistry , philosophy
Obwohl das Prinzip der Templatsynthese schon seit den sechziger Jahren bekannt ist, hat es erst im vergangenen Jahrzehnt, nicht zuletzt dank des Aufschwungs der Supramolekularen Chemie zu boomen begonnen. Die Synthese von supramolekularen Spezies (Übermolekülen und ‐komplexen) wird durch die Einführung von Templat‐ oder Schablonen‐Ionen und ‐Molekülen wesentlich effizienter gestaltet oder erst ermöglicht. Dabei fungieren nicht nur Metall‐Ionen als Schablonen, Neutralmoleküle unterstützen — durch elektrostatische Wechselwirkungen und Wasserstoff brückenbindungen — gleichfalls die Bildung von binären und ternären supramolekularen Verbindungen. Energetisch günstige Konformationen führen dann mit hoher Ausbeute zur Bildung eines bestimmten gewünschten Produkts. Neben Metall‐Ionen und Neutralmolekülen als Schablonen gibt es noch die kovalent gebundenen Template. Kinetische und thermodynamische Aspekte werden in diesem Beitrag ebenso berücksichtigt wie der Einfluß von Templaten auf das Phänomen der Selbstorganisation. Weiterführende Entwicklungen und Anwendungen liegen bei den Synthesen von Oligonucleotiden, sekundärstrukturbildenden Peptidblöcken sowie Templat‐Polymeren. Templatsynthesen von definierten Molekülhohlräumen führen schließlich zu einer ‘Einschlußchemie im Nanomaßstab’.