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Quantifizierung der Chiralität
Author(s) -
Buda Andrzej B.,
Auf der Heyde Thomas,
Mislow Kurt
Publication year - 1992
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19921040807
Subject(s) - humanities , philosophy
Seit Pasteurs epochemachenden Entdeckungen vor eineinhalb Jahrhunderten spielt das Konzept der Chiralität eine zentrale Rolle in der Chemie und der Biochemie. Kann Chiralität gemessen werden? Es ist seit langem bekannt, daß der molekularen Chiralität eine quantitative Bedeutung durch Funktionen gegeben werden kann, die speziell parametrisiert werden, um den Werten pseudoskalarer Meßgrößen zu entsprechen. Doch die Chiralität ist eine Eigenschaft, die unabhängig von ihren physikalischen und chemischen Erscheinungen ist: Alles, was erforderlich ist, damit ein System chiral ist, ist das Fehlen von Drehspiegelachsen in der Symmetriegruppe des Systems. Angenommen, diese Bedingung ist erfüllt, wie kann dann die Chiralität gemessen werden, wenn das System eine abstrakte geometrische Form ist, z.B. ein ungleichseitiges Dreieck in der Ebene oder ein asymmetrisches Tetraeder im dreidimensionalen Raum? Wie ändert sich die Chiralität als Funktion nur der Form? In dieser übersicht beschreiben wir neueste Bemühungen, diese und damit zusammenhängende Fragen zu beantworten.