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Methoden der multiplen Peptidsynthese und ihre Anwendungen
Author(s) -
Jung Günther,
BeckSickinger Annette G.
Publication year - 1992
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19921040404
Subject(s) - gynecology , chemistry , medicine , microbiology and biotechnology , biology
Die rasch fortschreitende Entwicklung in der Biotechnologie neuer Proteine, in der Immunologie und in der auf Inhibitoren und Antagonisten basierenden Pharmaforschung führen zu einem immensen Bedarf an synthetischen Peptiden. Durch multiple Methoden können heute 100–150 völlig verschiedene Peptide mit Kettenlängen bis etwa 20 Aminosäuren gleichzeitig hergestellt werden. Die erzielten Ausbeuten und Qualitäten reichen aus, um ein verläßliches Screening auf biologische Aktivität in vitro und in vivo durchzuführen; dasselbe gilt für Syntheseoptimierungen, Sekundärstrukturvergleiche und Konformationskartierungen. Mit speziellen multiplen Methoden gelingt die Epitopkartierung auch größerer Proteine zur Diagnostik und Impfstoffentwicklung anhand von einigen hundert freien oder an Stäbchen gebundenen Peptiden, die für Immunoassays einsetzbar sind. Multiple Methoden der Peptidsynthese ermöglichen auch den Aufbau von sogenannten Peptidbibliotheken. Diese können Hunderttausende von Peptiden umfassen, wodurch sich neue Perspektiven für das Screening nach Leitstrukturen eröffnen. Mit einer speziellen Peptidsynthese, die die Verwendung von photolabilen Schutzgruppen und photolithographischen Verfahren kombiniert, können Peptidbibliotheken auf Plättchen für miniaturisierte Immunoassays aufgebaut werden. Lipopeptid‐Anti‐gen‐Konjugate, die komplette Proteinsequenzen aus überlappenden Peptidsegmenten umfassen, machen die Herstellung peptidspezifischer und monoklonaler Antikörper sowie ein gezieltes Screening auf Epitope von B‐, T‐Helfer‐ und T‐Killer‐Zellen möglich. Anwendungen auf dem Gebiet der AIDS‐Diagnostik, der Impfstoffentwicklung, oder dem Screening nach Hormonanaloga demonstrieren die Perspektiven, die sich durch die multiplen Synthesemethoden eröffnen.