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Die Anfänge der Organischen Photochemie
Author(s) -
Roth Heinz D.
Publication year - 1989
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19891010907
Subject(s) - humanities , chemistry , physics , art
Photochemische Reaktionen unter dem Einfluß von Sonnenlicht finden auf dem Planeten Erde sicherlich schon seit Milliarden von Jahren statt. Wie sind nun Wissenschaftler auf die Idee gekommen, daß die Wechselwirkung von Materie mit Licht nicht nur physikalische Phänomene erzeugen kann, sondern manchmal auch die chemische Beschaffenheit der Materie verändert? Sobald die Sonnen wärme als Energiequelle für Destillationen genutzt wurde, war die Entdeckung photochemischer Reaktionen nur noch eine Frage der Zeit. Man kann sich drei Arten von Veränderungen vorstellen, die das Interesse eines Chemikers erweckt haben könnten: Farbänderungen, die Entwicklung von Gasblasen (zum Beispiel von Sauerstoff bei der Photosynthese) und die Ausscheidung eines Photoproduktes, das weniger löslich ist als die Ausgangsverbindung. Kaum vorhersehbar war dagegen die Beobachtung, daß Sonnenlicht Santoninkristalle zerspringen läßt, weil Santonin und sein Photoprodukt unterschiedliche Kristallgitter haben. – Im Laufe des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts wurde eine Fülle unterschiedlichster photochemischer Reaktionen entdeckt, einige zufällig, andere als Ergebnis sorgfältig geplanter Versuche. Aber erst mit dem Anbruch des zwanzigsten Jahrhunderts war die Zeit schließlich reif für großangelegte, systematische Untersuchungen, die die Photochemie als ein wichtiges Teilgebiet der Chemie etablierten.