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Zur Entwicklung von Bioglaskeramiken für die Medizin
Author(s) -
Vogel Werner,
Höland Wolfram
Publication year - 1987
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19870990606
Subject(s) - gynecology , humanities , philosophy , art , medicine
Die enormen Fortschritte der Medizin in den letzten Jahrzehnten wurden teilweise durch neue Geräte, teilweise aber auch durch neue Werkstoffe erreicht. Metalle und Legierungen, Sinterkorund, organische Hochpolymere (auch als Kompositmaterial), Glaskohlenstoff etc. sind schon lange aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Bioglaskeramiken eröffnen neue Heilchancen – ein Forschungsgebiet der Naturwissenschaft und Medizin, das erst am Anfang steht. Wegen ihrer vielfältig variierbaren Eigenschaftskombinationen lassen sich Bioglaskeramiken den Forderungen der Medizin besser anpassen als die herkömmlichen Implantate. Zwei Haupteigenschaften der Bioglaskeramiken stehen im Vordergrund: die Biokompatibilität, d. h. das reizlose Einwachsen des Werkstoffes in Gewebe des menschlichen Körpers ohne Abstoßungsreaktion oder gar toxische Wirkung, und die Bioaktivität, d. h. die Eigenschaft, mit Gewebe des menschlichen Körpers fest zu verwachsen. Diese Eigenschaft zeigt keiner der klassischen Biowerkstoffe. Die vorgesehenen Anwendungsmöglichkeiten der Bioglaskeramiken, welche sich teilweise noch im Stadium des Tierversuchs oder des klinischen Tests am Menschen befinden, reichen vom Ersatz von Rückenwirbeln, vom Einsatz im Mittelohr, in Hals, Nase und Auge, im gesamten Kopfbereich sowie in Schulter und Bein bis zum Zahnwurzelersatz und der Anwendung für Zahnaufbauten (Hartgewebsersatz im weitesten Sinne). Noch nicht befriedigend zu beantworten ist die Frage nach dem Langzeitverhalten eines Knochen‐Bioglaskeramik‐Kontaktes oder ‐Verbundes bei unterschiedlich starker mechanischer Belastung. Dazu ist das gesamte interdisziplinäre Forschungsgebiet noch zu jung. Materialbedingte negative Erscheinungen wurden jedoch bisher nicht beobachtet.

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