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Die Homoaldol‐Reaktion oder wie man Probleme der Regio‐ und Stereoselektivität in den Griff bekommt
Author(s) -
Hoppe Dieter
Publication year - 1984
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19840961205
Subject(s) - chemistry , philosophy
Auf der Landkarte der Synthesemethoden in der Organischen Chemie finden sich auch heute noch weiße Flecken. So weist sie zwar zahlreiche Typen von Homoenolat‐Reagentien auf, doch zeigt sie keine allgemein anwendbare Methode für die zur Aldol‐Addition homologe Transformation, die Homoaldol‐Addition. Die bis 1980 bekannt gewordenen Verfahren bieten nur singuläre Lösungen, die zudem nicht stereoselektiv sind. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die bestehenden Möglichkeiten und berichtet dann darüber, wie ein weißer Fleck durch eine neue Klasse von Homoenolat‐Reagentien ausgefüllt wurde: N , N ‐Diisopropylcarbamidsäure‐2‐alkenylester werden lithiiert; die resultierenden Allyllithium‐Verbindungen werden durch Metallaustausch auf hohe Regio‐ und Diastereoselektivität der Carbonyladdition getrimmt. Insgesamt bieten nun Homoaldol‐Reaktionen einen allgemeinen und verläßlichen hochstereoselektiven Zugang zu γ‐Hydroxycarbonyl‐Verbindungen unter Knüpfung der C(ß)‐C(γ)‐Bindung. Darüber hinaus wird demonstriert, wie sich Probleme beim Einsatz von Allylanionen als Synthesebausteine heute lösen lassen.