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Chemie und Biochemie mikrobieller α‐Glucosidasen‐Inhibitoren
Author(s) -
Truscheit Ernst,
Frommer Werner,
Junge Bodo,
Müller Lutz,
Schmidt Delf D.,
Wingender Winfried
Publication year - 1981
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19810930905
Subject(s) - chemistry , acarbose , stereochemistry , microbiology and biotechnology , biochemistry , enzyme , biology
α‐Glucosidasen gehören zu den wichtigsten Kohlenhydrat‐abbauenden Enzymen. Sie katalysieren die Hydrolyse α‐glucosidischer Bindungen; ihre Substrate sind – je nach Spezifität – Oligo‐ und Polysaccharide. Mikrobielle Inhibitoren von α‐Amylasen und anderen intestinalen Kohlenhydrat‐abbauenden Enzymen von Säugetieren sind bei der Behandlung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus von Interesse. Darüber hinaus erweitern sie das an strukturellen Variationen überaus reiche Spektrum der mikrobiellen sekundären Metaboliten, und sie tragen dazu bei, den Wirkungsmechanismus von α‐Glucosidasen besser zu verstehen. Diese Inhibitoren gehören verschiedenen Substanzklassen an. Bisher am besten untersucht sind mikrobielle α‐Glucosidasen‐Inhibitoren, die Glieder einer homologen Reihe von Pseudooligosacchariden (4) sind. Ihnen gemeinsam ist ein für die Hemmwirkung essentielles Kernstück („core”), ein Pseudodisaccharidrest, der aus einer ungesättigten Cyclitol‐Einheit und einer 4‐Amino‐4,6‐didesoxy‐glucose‐Einheit besteht. Die in vieler Hinsicht interessanteste Verbindung dieser homologen Reihe ist Acarbose (5) , ein Pseudotetra‐saccharid mit stark ausgeprägter inhibitorischer Wirkung gegenüber intestinalen α‐Glucosidasen wie Saccharase, Maltase und Glucoamylase. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über dieses neue, in den letzten zehn Jahren eingehender bearbeitete Gebiet der mikrobiellen α‐Glucosidasen‐Inhibitoren.

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