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Methoden der Reaktivitätsumpolung
Author(s) -
Seebach Dieter
Publication year - 1979
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19790910404
Subject(s) - umpolung , chemistry , synthon , medicinal chemistry , stereochemistry , nucleophile , organic chemistry , catalysis
In den letzten zehn Jahren haben sich die organisch‐chemischen Synthesemethoden stürmisch entwickelt. Parallel dazu ist die Analyse synthetischer Probleme systematisiert worden (Syntheseplanung). Die Aufstellung eines Syntheseplans für ein organisches Zielmolekül wird durch die Unterscheidung von Reagentien X(C) n … normaler Reaktivität (Acceptoreigenschaften an C 1, 3, 5 … , Donoreigenschaften an X, C 2, 4… ) und umgepolter Reaktivität (Acceptoreigenschaften an X, C 2, 4 … , Donoreigenschaften an C 1, 3, 5 … ) bedeutend erleichtert. Die Umpolung der Reaktivität wurde als nützliches heuristisches Prinzip, als Einteilungsschema und als Leitfaden zum Auffinden strategischer Bindungen erkannt (Synthon‐, Transform‐ und Retrosynthesebetrachtungen nach Corey). Die Methoden der Umpolung lassen sich in sechs Gruppen einteilen: die 1, 2n‐Oxidation, den Heteroatom‐Austausch, die Homologisierung und ihre Umkehr, den Cyclopropan‐„Trick”, die Verwendung von Acetylenen und die Redoxreaktionen; die in speziellen Fällen mögliche, direkte Umpolung kommt ohne diese Methoden aus. – In diesem Aufsatz wird die normale Reaktivität durch grünen Druck, die umgepolte Reaktivität durch roten Druck gekennzeichnet.