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Phytoalexine, chemische Abwehrstoffe höherer Pflanzen?
Author(s) -
Grisebach Hans,
Ebel Jürgen
Publication year - 1978
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19780900906
Subject(s) - chemistry , phytophthora megasperma , microbiology and biotechnology , stereochemistry , elicitor , enzyme , biology , biochemistry
Phytoalexine sind Abwehrstoffe mit antimikrobiellen Eigenschaften, die nach einer Infektion von der Pflanze gebildet werden. Diese Verbindungen gehören verschiedenen Naturstoffgruppen an, z. B. Isoflavonoiden, Terpenoiden, Polyacetylenen und Dihydrophenanthrenen. Die Induktion der Phytoalexinbildung kann nicht nur durch lebende Mikroorganismen, sondern auch durch Produkte mikrobiellen Ursprungs (Elicitoren) oder durch Streßbehandlung (Kälte, UV‐Licht) bewirkt werden. Der Elicitor aus der Myzelwand des Pilzes Phytophthora megasperma var. sojae (Pms) ist ein β‐1,3‐Glucan mit Verzweigungen an C‐6. Die Biosynthese der Phytoalexine ist in einigen Fällen in ihren Grundzügen bekannt. Durch Elicitoreinwirkung auf pflanzliches Gewebe steigt die Aktivität der an der Phytoalexinbiosynthese beteiligten Enzyme an. Die Fähigkeit einiger Mikroorganismen, Phytoalexinbiosynthese chemisch zu verändern, könnte mit ihrer Pathogenität zusammenhängen. Die Rolle der Phytoalexine als Abwehrstoffe ist noch nicht eindeutig geklärt.