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Chirale Derivate achiraler Moleküle: Standardklassen und das Problem der Rechts‐Links‐Klassifizierung
Author(s) -
Ruch Ernst
Publication year - 1977
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19770890204
Subject(s) - physics , philosophy , humanities
Theoretische Chemie, dem Thema nach Chemie, der Methode nach Physik und auf die Hilfsmittel der Mathematik angewiesen, profitiert gerade von der Gegensätzlichkeit dieser Wissenschaften. Es ist natürlich, daß sich an typischen Problemstellungen gelegentlich Antworten und Methoden entwickeln lassen, die nicht auf das ursprüngliche Anliegen beschränkt bleiben. Es ist vielmehr ein Kriterium für Qualität, wenn sich Konsequenzen in Chemie und Physik finden lassen und der Weg dazu über neue mathematische Verfahren und Begriffe führt. Leider stößt eine Publikation mit dem Ehrgeiz, solches darzulegen, gewöhnlich ins Leere, da die babylonische Sprachverwirrung in der Wissenschaft, ihren Disziplinen und Subdisziplinen, das Verständnis außerordentlich erschwert. Trotzdem möchte der Autor versuchen, in einigen Artikeln Forschungsergebnisse im Bereich chemischer Themen so zu präsentieren, daß das Fachinteresse des Chemikers angesprochen ist, aber der interdisziplinäre Aspekt nicht verlorengeht. Zum Verständnis wird nicht mehr als neugieriges Interesse vorausgesetzt. Die beiden ersten Beiträge befassen sich mit der Chiralität von Molekülen, und zwar in erster Linie mit Fragen, die das Chiralitätsphänomen von Molekülen im Rahmen von Molekülklassen betreffen. Da die mathematischen Untersuchungsmethoden algebraischer Art sind, ist es nicht verwunderlich, daß exakt gültige Aussagen gefunden werden. Es erscheint zunächst wissenswert, in welchem Umfang solche Aussagen für Molekülmodelle oder die Moleküle selbst gelten.