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1,3‐Anionische Cycloadditionen von Organolithiumverbindungen; eine erste Übersicht
Author(s) -
Kauffmann Thomas
Publication year - 1974
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19740862002
Subject(s) - chemistry , cycloaddition , medicinal chemistry , stereochemistry , organic chemistry , catalysis
Auf dem Gebiet der [3+2]‐Cycloadditionen ist neben die 1,3‐dipolare Cycloaddition als zweiter Reaktionstyp von allgemeinerer Bedeutung die 1,3‐anionische Cycloaddition getreten. Befähigt zu dieser Cycloaddition sind 2‐Azaallyl‐ und 1,2‐Diazaallyl‐lithiumverbindungen, Allyl‐lithiumverbindungen (mit einem Elektronenacceptor an C 2 ) sowie 1,3‐Diphenylpropargyl‐lithium. Als 1,3‐Anionophile erwiesen sich Verbindungen mit CC‐, CN‐, NN‐ und CS‐Doppelbindungen sowie CC‐ und CN‐Dreifachbindungen. Die 1,3‐anionische Cycloaddition eröffnet neue Zugänge zu 1‐Aza‐, 1,2‐Diaza‐, 1,3‐Diaza‐, 1,2,4‐Triaza‐ und 1‐Thia‐3‐azacyclopentan‐Derivaten, zu Pyrrolen und Imidazolen sowie — und dies erscheint besonders wichtig — zu Cyclopentan‐Derivaten. — Die 1,3‐anionischen Cycloadditionen, die eine interessante Mittelstellung zwischen den 1,3‐dipolaren Cycloadditionen und den übergangsmetall‐katalysierten Cyclisierungen einnehmen, verlaufen nach den bisherigen Erfahrungen stereospezifisch. In einem Fall wurde ein Zweistufenmechanismus nachgewiesen.