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Distickstoff‐Übergangsmetall‐Komplexe: Synthese, Eigenschaften und Bedeutung
Author(s) -
Sellmann Dieter
Publication year - 1974
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19740861903
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry
Gemessen an der Vielzahl von CO‐Komplexen sind N 2 ‐Komplexe immer noch selten. Sie können sich in einigen Fällen aus N 2 ‐Gas und Metallverbindungen auch unter physiologischen Bedingungen bilden und werden deshalb sehr oft als Zwischenstufe der N 2 ‐Assimilation in Betracht gezogen. Allerdings ist es bis heute trotz vieler Versuche nicht gelungen, den N 2 ‐Liganden eines vollständig charakterisierten N 2 ‐Komplexes zu NH 3 zu reduzieren. Dies ließ die Entdecker des ersten Distickstoff‐Komplexes, des 1965 isolierten [Ru(NH 3 ) 5 N 2 ] 2⊕ ‐Ions, noch vor kurzem skeptisch äußern, daß solche Komplexe wohl doch keine Rolle bei der enzymatischen N 2 ‐Reduktion übernehmen könnten. Allerjüngste Befunde stimmen jedoch etwas optimistischer. So rechtfertigt z. B. die milde partielle Reduktion des N 2 ‐Liganden in bisher als nichtreduzierbar geltenden Metall‐Komplexen mit Edelgaskonfiguration durchaus die Hoffnung, daß man eines Tages doch ein entsprechendes System findet, das eine katalytische Reduktion von molekularem Stickstoff unter Normalbedingungen ermöglicht. Aber auch ohne technischen Nutzen bereichern die N 2 ‐Komplexe die moderne Anorganische Chemie um ein interessantes Kapitel.