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Magnetische Resonanz paramagnetischer Komplexverbindungen
Author(s) -
Keller Heimo Jürgen,
Schwarzhans Karl Eberhard
Publication year - 1970
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19700820602
Subject(s) - chemistry , medicinal chemistry
Die Linienbreite der ESR‐ und NMR‐Signale paramagnetischer Übergangsmetallkomplexe wird entscheidend von der Elektronenspin‐Gitter‐Relaxationszeit τ e bestimmt: τ e ‐Werte >10 −9 s führen zu gut auflösbaren ESR‐Spektren, solche < 10 −11 s zu NMR‐Spektren geringer Linienbreite. Da praktisch bei allen Übergangsmetallkomplexen mit mehreren ungepaarten Elektronen sowie bei sämtlichen Komplexen mit einem bahnentarteten Grundzustand rasche Relaxationsvorgänge vorliegen, steht der NMR‐Methode ein breiter Anwendungsbereich offen. Aus den NMR‐Spektren lassen sich das Vorzeichen und die Größe der Elektron‐Kern‐Kopplung mit großer Empfindlichkeit, aus den ESR‐Spektren jedoch nur die Größe dieser Wechselwirkung bestimmen. Aufgrund der NMR‐Verschiebungen kann Spindichte sehr genau nachgewiesen werden, und so ist eine vorteilhafte Anwendung der Methode zu kinetischen Messungen — z. B. an kurzlebigen Berührungskomplexen — möglich.