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Reaktionen des elementaren Siliciums
Author(s) -
Bonitz E.
Publication year - 1966
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19660780903
Subject(s) - chemistry
Elementares Silicium wird üblicherweise mit gasförmigen Reaktionspartnern „trocken” in der Wirbelschicht oder im Fließbett umgesetzt. Die scheinbare Reaktionsträgheit des gewöhnlichen Siliciums beruht auf einer Oberflächenpassivierung. Nicht passiviertes Silicium reagiert wie stärker elektropositive Elemente. Feinverteiltes Si ist pyrophor und bildet mit vielen Stoffen (z. B. Alkoholen, Wasser, Metall‐ und Organohalogeniden) bereits bei Raumtemperatur Oberflächenverbindungen. – Den „trockenen” Verfahren steht ein neues Suspensionsverfahren gegenüber, bei dem feinverteiltes, aktiviertes Silicium – vorzugsweise in seinen flüssigen Reaktionsprodukten suspendiert, gegebenenfalls in Gegenwart löslicher Katalysatoren – meist mit flüssigen Stoffen und bei höherem Druck umgesetzt wird. Die Reaktionen können in Suspensionen leicht beherrscht werden; das Silicium wird dabei quantitativ verbraucht. Polysilane sind oft die ausschließlichen Primärprodukte, die in homogener flüssiger Phase zu Monosilanen weiterreagieren. Durch Auflösen von gewöhnlichem Silicium beispielsweise in Methanol erhält man glatt Methoxysilane, die an ungesättigte Kohlenwasserstoffe addiert werden können.