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Stereospezifische Homopolymerisation des Cyclopentens
Author(s) -
Natta G.,
Dall'asta G.,
Mazzanti G.
Publication year - 1964
Publication title -
angewandte chemie
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 1521-3757
pISSN - 0044-8249
DOI - 10.1002/ange.19640761802
Subject(s) - chemistry , stereochemistry , polymer chemistry
Die Polymerisation von Cycloolefinen ist — ähnlich wie die von Olefinen mit innenständiger Doppelbindung — sterisch behindert. Mit anionisch‐koordinativ wirkenden Ziegler‐Katalysatoren ist es in den letzten Jahren gelungen, Copolymere mit Äthylen zu gewinnen. Es kommt dabei stets zu einer cis‐Öffnung der olefinischen Doppelbindung. Trotz der sterischen Hinderung konnten auch Cyclobuten und Cyclopropen homopolymerisiert werden, unter Aufrichten der Doppelbindung. — Für die Homopolymerisation des Cyclopentens sind überraschenderweise bei der Äthylen‐Polymerisation wenig wirksame Katalysatoren die besten: Unter Ringspaltung erhält man mit MoCl 5 /Al(C 2 H 5 ) 3 cis‐Polypentenamer, mit WCl 6 /Al(C 2 H 5 ) 3 trans‐Polypentenamer. Beide Polypentenamere haben kautschukartige Eigenschaften. — Nach IR‐Spektren und oxydativem Abbau sind im trans‐Polypentenamer die Monomereinheiten Kopf‐Schwanz‐verknüpft. Vermutlich wird die zur Doppelbindung benachbarte Einfachbindung geöffnet. — Bei −50°C konnte am kristallinen, um 400% gestreckten trans‐Polypentenamer röntgenographisch die Kristallstruktur bestimmt werden.