„Daß es ein Wahnsinn ist, wie wir zur Zeit die Welt bewirtschaften“: Herbert Gruhl und Ein Planet wird geplündert
Author(s) -
Torsten Kathke
Publication year - 2016
Publication title -
historisch-politische mitteilungen
Language(s) - German
Resource type - Journals
eISSN - 2194-4040
pISSN - 0943-691X
DOI - 10.7788/hpm-2016-0108
Subject(s) - humanities , art , philosophy
Dass Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann 2016 die erste grün-schwarze Koalition auf Landesebene anführt, erscheint angesichts der verbreiteten Sichtweise, die Grünen fänden sich im politischen Spektrum gänzlich links der SPD wieder, bemerkenswert. Trotz mehrerer schwarz-grüner Koalitionen auf Landesund Kommunalebene haftet der Verbindung von Grünen und Christdemokraten noch immer etwas Befremdliches an. Sowohl Mitglieder der beiden Koalitionsparteien als auch Kommentatoren in den Medien sahen die neue politische Zweckehe skeptisch. Für Kretschmann selbst, einst Sprecher der konservativen Ökolibertären unter den Grünen, dürfte die Koalition mit der CDU allerdings keine große weltanschauliche Anstrengung bedeutet haben. Man mag das mit einer Verschiebung im politischen Koordinatensystem begründen, gar darüber spekulieren, ob zwei Große Koalitionen innerhalb der letzten zehn Jahre den Unterschied zwischen den beiden großen Volksparteien verwischt haben. Das aber würde die historische Genese der Grünen ignorieren, und speziell die Bedeutung des konservativ-naturkonservatorischen Flügels. Nicht nur in Baden-Württemberg waren Ende der 1970er Jahre Ökologie und Konservatismus vereinbar. Wie Herbert Gruhl, bis 1978 Mitglied des Deutschen Bundestages in der CDU-Fraktion, zwei Jahre später dann Grünen-Gründungsmitglied
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