Das Hören des Cochlea-Implantats
Author(s) -
Beate Ochsner,
Robert Stock
Publication year - 2014
Publication title -
historische anthropologie
Language(s) - German
Resource type - Journals
SCImago Journal Rank - 0.106
H-Index - 5
eISSN - 2194-4032
pISSN - 0942-8704
DOI - 10.7788/ha-2014-0308
Subject(s) - active listening , cochlear implant , adaptation (eye) , audiology , individuation , cochlea , psychology , the internet , communication , medicine , computer science , neuroscience , psychoanalysis , world wide web
Das cochlea-implantat (ci) soll die Funktion eines nicht intakten innenohres ersetzen und den patienten durch direkte reizung der funktionierenden Hornervenfasern einen Horeindruck vermitteln: „[Die] strome werden an die angekoppelten Hornervenfasern weitergegeben und zum gehirn zur weiteren Verarbeitung transportiert. Der patient hort.“ Dieses hier als simples prinzip dargestellte zu erreichende resultat eines Horens mit ci wird vor allem aus medizinischer sicht immer wieder als erfolgsgeschichte einer elektronischen neuroprothese dargestellt, die im Wesentlichen auf Forschungen von pionieren wie Hallowell Davis an der Harvard Medical school in den 1930er Jahren basiert und die seit den 1950er Jahren mit und durch die Arbeiten von franzosischen, australischen sowie us-amerikanischen Medizinern weitergeschrieben wurde. noch in der Zeit der klinischen erprobung wurde 1978 das erste Mehrkanal-ci der Medizingeschichte in Australien implantiert, in Deutschland fuhrte ernst lehnhardt 1984 die erste ci-implantation durch und nur vier Jahre spater wurde das erste gehorlose Kind mit einem ci versorgt. seit dieser Zeit nimmt die Zahl an implantationen stetig zu. einer statistik der Deutschen cochlea implantat gesellschaft e. V. zufolge gibt es weltweit 300 000 ci-trager, davon in Deutschland circa 30 000. Zahlreiche Autoren, die kulturoder technikgeschichtliche Darstellungen des ci schreiben, setzen den Ausgangspunkt fur das narrativ apparativen Horens bei elektrophysiologischen Versuchen an. Als Vorlaufer des ci werden in der regel die ex-
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